Speerwerferin Christina Obergföll hat ihre erfolgreiche Karriere mit einem Sieg beim ISTAF-Meeting in Berlin gekrönt. Die 35-Jährige setzte sich im Olympiastadion mit einer Weite von 64,28 Metern durch.
Nachdem die Schwarwälderin zunächst schlecht in den Wettkampf kam und mit ihren ersten vier Würfen jeweils unter der 60-Meter-Marke blieb, wuchtete die Deutsche den Speer im fünften Durchgang auf besagte 64,28 Meter und blieb damit nur 68 Zentimeter unter ihrer Saisonbestleistung. "So kurz vor dem letzten Auftritt meiner Karriere habe ich schon ein komisches und mulmiges Gefühl", gestand die Athletin von der LG Offenburg vor dem Wettkampf. Eine Sorge, die letztlich unbegründet war.
Vor ihrem letzten Wurf kamen Obergföll sogar die Tränen, trotzdem schaffte sie es noch einmal auf 62,94 m, ehe sie von den Zuschauern lautstark gefeiert wurde. Auch alle Konkurrentinnen nahmen sie herzlich in den Arm, bevor Obergföll nach zwölf Jahren im Leistungssport mit der deutschen Fahne um die Schultern auf eine Ehrenrunde ging.
Auf Platz zwei landete die Australierin Kathryn Mitchell, die am Ende 2,08 Meter Rückstand auf die Siegerin hatte. Rang drei ging an Ásdís Hjálmsdóttir aus Island (60,98 Meter). Für Olympiasiegerin Sara Kolak (59,67 Meter) aus Kroatien blieb nur Rang vier.
Mit vier deutschen Meistertiteln, zwei Silbermedaillen bei Europameisterschaften, einem WM- und zwei Vize-WM-Titeln sowie zwei olympischen Medaillen (Bronze 2008, Silber 2012) zählt Obergföll zu den erfolgreichsten deutschen Leichtathletinnen aller Zeiten. Mit einer geworfenen Weite von 70,20 Metern hält die Deutsche zudem noch immer den Europarekord.
