Weltmeister Peter Sagan vom Team Tinkoff hat die 11. Etappe der Tour de France gewonnen, Chris Froome derweil mit der nächsten taktischen Meisterleistung einen weiteren Schritt in Richtung erfolgreicher Titelverteidigung gemacht.
Sagan setzte sich nach 162,5 km in Montpellier vor Sky-Aushängeschild Froome durch, der mit einer überraschenden Attacke zehn Kilometer vor dem Ziel das Feld auseinander gerissen und damit einen Massensprint verhindert hatte.
Froome hatte in einer turbulenten, rasenden Anfahrt ins Ziel die heftigen Winde ausgenutzt und gemeinsam mit Sagan den entscheidenden Angriff lanciert. Die Sprinterteams um Marcel Kittel und André Greipel konnten nicht folgen und verpassten damit die vermutlich drittletzte Siegchance der laufenden Frankreich-Rundfahrt.
"Das war anders geplant, ist einfach mies gelaufen", so Kittel, der mit der ersten großen Verfolgergruppe ins Ziel kam, aber anders als Greipel (8.) nicht mehr um eine Platzierung sprintete.
Geniestreich von Froome
Froome, der bereits am Freitag in den Pyrenäen mit einem unerwarteten Antritt auf der letzten Abfahrt zum Etappensieg und ins Gelbe Trikot gerast war, fuhr sechs Sekunden Vorsprung auf die große Verfolgergruppe um Quintana heraus, sicherte sich weitere sechs Sekunden Zeitgutschrift. In der Gesamtwertung führt er nun mit 28 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Adam Yates, Quintana ist mit 35 Sekunden Rückstand Vierter.
Die elfte Etappe bot über weiteste Strecken das bekannte Flachland-Szenario: Frühzeitig war ein Duo bestehend aus dem Franzosen Arthur Vichot und dem Australier Leigh Howard ausgerissen, setzte sich aber nie gefährlich ab und wurde frühzeitig gestellt. Das Feld ging kein Risiko, zumal auf der Strecke tückische Windverhältnisse herrschten - mehrmals bröckelte das große Peloton auseinander, es ging überaus hektisch zur Sache.
Auf zum legendären Mont Ventoux
"Das ist zwar auf dem Papier eine Sprintetappe, aber mit dem Wind könnten sich auch die Klassement-Favoriten einmischen", hatte Kittel vor dem Start gesagt: "Wir wollen aber natürlich für eine Massenankunft sorgen." Das ging letztlich gehörig schief, da Froome unerwartet volles Risiko ging.
Die Sprinter rücken damit zurück in die Nebenrolle und räumen den Favoriten um den Gesamtsieg das Feld. Am Donnerstag kommt es auf dem Schlussanstieg am legendären Mont Ventoux, einem der vier "heiligen Berge", zum nächsten Showdown zwischen Froome und Herausforderer Quintana, einen Tag später steht das einzige lange Einzelzeitfahren an. Eine vorletzte Sprintentscheidung dürfte es am Samstag in Villas-les-Dombes geben - danach müssen Kittel, Greipel und Co. nach den Strapazen der Alpen auf das große Finale in Paris am 24. Juli hoffen.





