Suche Heute Live
Olympische Sommerspiele 2024Olympia 2024
Artikel teilen

Olympische Sommerspiele 2024
Olympia 2024
Mi, 24.07. - So, 11.08.

Obergföll vs. Molitor: Es kann nur eine geben

So innig werden Obergföll (l.) und Molitor wohl nicht mehr so schnell zu sehen sein
So innig werden Obergföll (l.) und Molitor wohl nicht mehr so schnell zu sehen sein
Foto: © imago sportfotodienst
11. Juli 2016, 19:23

Zwei Speerwurf-Weltmeisterinnen, aber nur noch ein Rio-Ticket: Entweder Christina Obergföll oder Katharina Molitor muss sich Olympia im Fernsehen anschauen.

Weltmeisterin gegen Ex-Weltmeisterin, Katharina Molitor gegen Christina Obergföll - es kann nur eine geben. Der Kampf um das letzte Olympia-Ticket im Speerwurf spitzt sich immer mehr zu, eine absolute Hochkaräterin muss sich den Showdown um Gold in Rio im Fernsehen anschauen. Zoff ist da programmiert.

Vor dem Tag der Entscheidung ist Obergföll öffentlich schon einmal vorgeprescht und hat den Druck auf den deutschen Cheftrainer Idriss Gonschinska erhöht. "Im direkten Duell mit Molitor sehe ich mich mit der Nase vorne", sagte die 34-Jährige, die in London 2012 Olympia-Silber und vier Jahre zuvor Bronze gewonnen hatte: "Alle Fakten sprechen für mich." Im Falle einer Nichtnominierung drohte die Weltmeisterin mit rechtlichen Schritten. Obergfölls Saisonbestleistung liegt mit 64,96 m über der von Molitor (63,20).

DLV spricht von "Luxusproblem"

Gonschinska und sein Team stehen trotzdem vor einer kniffligen Entscheidung. Es werde "intensive Diskussionen" und eine "enge Entscheidung" geben, sagte Gonschinska, der sich nach der EM in Amsterdam nicht in die Karten schauen lassen wollte. Die Wahl zwischen zwei absoluten Weltklasse-Werferinnen sei ein "Luxusproblem". Der DLV wollte sich am Montag über seinen Nominierungsvorschlag beraten, die endgültige Entscheidung trifft dann der DOSB am Dienstag.

Die Stimmung im Lager der Werferinnen ist jedenfalls ziemlich gereizt. Einzig die deutsche Meisterin Christin Hussong hat ihr Ticket bereits sicher, zudem scheint Linda Stahl (65,25/Leverkusen) nach ihrem EM-Silber gesetzt zu sein. Molitor muss nach ihrem vierten Platz von Amsterdam mehr denn je bangen. "Der vierte Platz ist halt schade, aber er macht mir im Moment weniger aus, als dass ich immer noch nicht weiß, ob ich bei den Spielen dabei bin oder nicht", sagte die 32-Jährige, die im Vorjahr in Peking sensationell WM-Gold gewonnen hatte.

Die Zahlen sprechen auf den ersten Blick für Obergföll, die Nummer sieben der Welt. Molitor rangiert nur auf Platz 16 der Weltrangliste. Aber sie warf ihre Saisonbestleistung erst am vergangenen Wochenende, Molitor scheint immer besser in Form zu kommen. Obergfölls Wurf auf 64,96 m liegt dagegen schon fast zwei Monate zurück, die Leistungsentwicklung wird in die Entscheidung um Rio mit einbezogen.

Schlammschlacht scheint nicht ausgeschlossen

Obergföll geht jedenfalls fest davon aus, dass sie nach Brasilien fliegt. "Ich habe meine Hausaufgaben gemacht. Ich habe meine Olympiaform unter Beweis gestellt", sagte sie der Badischen Zeitung und kündigte an, sich "juristische Unterstützung" für den Fall zu holen, sollte sie nicht nominiert werden. "Ich werde meinen Platz einfordern, weil ich aufgrund der Faktenlage - wie sie momentan ist - ganz klar vorne bin."

Paul-Heinz Wellmann, Geschäftsführer beim Molitor-Klub Bayer Leverkusen, sieht darin indes keinen Anlass zur Sorge. "Wenn die Nominierung offiziell ist, kann man eigentlich nicht mehr vor Gericht ziehen. Dann ist das Ding durch", sagte Wellmann der Rheinischen Post.

Eine Schlammschlacht scheint nicht ausgeschlossen. "Ich möchte nicht als schlechte Verliererin gelten", sagt Obergföll, "aber das sind einfach die Fakten." Es kann nur eine geben.

Newsticker

Alle News anzeigen