Erzgebirge Aue hat am 37. Spieltag den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga vorzeitig perfekt gemacht. Nur ein Jahr mussten die Veilchen in der 3. Liga spielen.
Als der erlösende Schlusspfiff in Köln ertönte, gab es für die mitgereisten Fans von Erzgebirge Aue kein Halten mehr. Sie stürmten freudetrunken das Spielfeld des Südstadions, begruben die Spieler unter sich.
Trainer Pavel Dotchev flüchtete derweil durch den Spielertunnel: "Ich wollte mal kurz für mich sein, das alles sacken lassen. Ich wollte einfach nur den Moment genießen." Durch das 2:0 (1:0) bei Fortuna Köln stehen die Veilchen schon vor der letzten Runde als Tabellenzweiter hinter Meister und Aufsteiger Dynamo Dresden fest. Nur eine Saison dauerte das Drittliga-Intermezzo.
Dotchev bricht in Tränen aus
Dotchev hatte Tränen in den Augen und ließ seinen Emotionen freien Lauf. "Das ist der Verdienst des gesamten Vereins, alle haben Vollgas gegeben", kommentierte er. Auf der Pressekonferenz lobte er gerade den Gegner, da stürmten seine Spieler herein, sangen, spritzten mit Bier und Sekt und ließen ihren Aufstiegs-Trainer hochleben. Dotchev ließ alles klaglos über sich ergehen und stimmte lautstark in die Gesänge ein.
Aue-Präsident Helge Leonhardt wurde sogar auf dem Schultern über den Platz getragen. Auch er schämte sich seiner Tränen nicht. "Jetzt ist das Trauma von Heidenheim vor einem Jahr Geschichte. Vielleicht musste alles so kommen, wir konnten uns neu sammeln und haben Großes erreicht. Wir sind wieder da und bleiben da", betonte er. Auch die Spieler genossen den Augenblick. "Das ist Wahnsinn", stammelte Sebastian Hertner, "vor einem Jahr habe ich den Abstieg erleben müssen und nun da. Das ist Fußball, deshalb ist der Sport so geil, so geil."
Ein fassungsloser Riese
Etwas stiller war Philipp Riese, der Schütze zum so wichtigen 1:0. "Ich kann es noch nicht fassen, das kommt später, das muss erstmal sacken", äußerte er und schüttelte wiederholt den Kopf. "Nach dem 1:0 und dann bei dieser Hitze in Überzahl, da war ich mir schon sicher, dass wir es packen. Nach dem 2:0 durch Pascal Köpke haben wir es clever runtergespielt und dem Abpfiff entgegengefiebert." Für Aue avancierten die Torschützen Riese (11.), der vor einem verschossenen Strafstoß (24.) einen fälschlicherweise verhängten Foulelfmeter sicher verwandelte, und Köpke (54.) zu den Aufstiegshelden.
Relegationsplatz drei in der 3. Liga belegen endgültig die Würzburger Kickers, die 1:1 (0:1) gegen Holstein Kiel spielten. Aufgrund der gleichzeitigen Niederlage ihres Verfolgers VfL Osnabrück mit 1:2 (0:1) beim Chemnitzer FC sind die Franken nicht mehr vom dritten Rang zu verdrängen.
Drittliga-Meister Dresden siegte bei Preußen Münster 3:2 (3:0). Justin Eilers erzielte dabei seine Tore Nummer 22 und 23 und darf sich berechtigte Hoffnungen auf die Torjägerkanone der 3. Liga machen.



























