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Wolf: Ein Kapitän mit späten Meisterfreuden

Wolf darf endlich den Meisterpokal in den Händen halten
Wolf darf endlich den Meisterpokal in den Händen halten
Foto: © imago sportfotodienst
24. April 2016, 11:02

Mitten im Münchner Meistertrubel verlor Michael Wolf kurz die Orientierung. "Bin ich jetzt der Letzte?", fragte der Rekordtorschütze der Deutschen Eishockey Liga, als er sichtlich gezeichnet nach sechsstündiger, feuchtfröhlicher Nachtfahrt aus dem Bus der Red Bulls kletterte. Mit den 200 Fans, die am Olympia-Eisstadion auf ihre Helden gewartet hatten, machte der Ex-Nationalspieler die Welle. Dann ging es weiter zum Weißwurst-Frühstück beim Italiener - mit dem Silberpokal im Gepäck.

Am Abend zuvor war Wolf der Erste gewesen, der die Trophäe in die Hand nehmen durfte. Im goldenen Konfettiregen auf Wolfsburger Eis war der Müchner Kapitän endlich am Ziel seiner Träume. "Ich bin einfach nur froh, dass ich das Ding gewonnen habe", sagte der 35-Jährige nach dem 5:3-Triumph im vierten Play-off-Finale gegen die Grizzlys: "Es ist eine Riesenlast, die von einem abfällt."

Wolf "macht jede Mannschaft besser"

Als Zuschlag gab es aus den Händen von Franz Reindl die Auszeichnung als bester Spieler des Finales. "So ein Spieler mit so einer Karriere - und dann so ein Abschluss", meinte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, "das ist gewaltig." Er sei "total happy" gewesen, ausgerechnet den langjährigen Nationalmannschaftskapitän ehren zu dürfen: "Er ist immer ein bisschen unterschätzt worden. Aber er hat immer eine Führungsrolle übernommen. Er macht jede Mannschaft besser."

Im letzten Finale war Wolf auch noch sein erstes Endspieltor gelungen, das 278. seiner Laufbahn in der DEL. Dass er erst vor zwei Jahren die "kleinen" Iserlohner verließ, um zu einem Titelkandidaten zu wechseln, bereut er nicht: "Besser spät als nie. Ich habe überhaupt keinen Grund zu sagen: Warum, hätte, wenn und aber."

Dass München mit den Brause-Millionen des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz die richtige (Titel-)Wahl war, bewies der Vorrundenerste eindrucksvoll in den Play-offs. Nur insgesamt zwei Niederlagen im Viertel- und Halbfinale gegen Straubing und Köln, dann der beeindruckende "Sweep" im Finale - mit Meistermacher Don Jackson an der Bande, der schon mit den Eisbären Berlin fünf Titel gewonnen hatte, war der Ligakrösus nicht zu stoppen.

Nach dem Triumph gegen überforderte Wolfsburger, die auch in ihrer zweiten Endspielserie kein Spiel für sich entschieden, ging es nocn in der Nacht zurück nach München. Offiziell gefeiert wird am Montag im Olympiapark. Auf das vom FC Bayern gewohnte Jubeln auf dem Rathausbalkon über dem Marienplatz verzichtet man - mangels Fanmassen.

Wenn der Rausch verflogen ist, geht die schwierige Arbeit weiter. Vor dem EHC Red Bull wurden schon drei andere Münchner Klubs deutscher Meister: 1922 der MTV, 1994 der EC Hedos und 2000 die Barons. Keiner schaffte es, Eishockey in der bayerischen Fußball-Metropole zu etablieren. Hedos ging wenige Monate später pleite, die Barons flüchteten nach Hamburg.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass Eishockey seinen Platz auch in München findet", meinte Nationalspieler Frank Mauer, "wir haben das Fundament gelegt." Doch der Weg ist selbst mit den Red-Bull-Millionen weit und beschwerlich. In der Hauptrunde war das alte Olympia-Eisstadion nur selten voll, die Finalserie gegen Wolfsburg zog im Schnitt (5323) die wenigsten Zuschauer in der DEL-Geschichte an.

Auch Reindl glaubt diesmal an einen dauerhaften Erfolg. "Das hat den Stellenwert des Eishockeys in München nach oben katapultiert", meinte der DEB-Boss, "das ist keine Eintagsfliege, da ist richtig Dampf dahinter, Qualität in allen Bereichen."

Entscheidend - auch für ein langfristiges Engagement von Mateschitz - wird sein, ob der frischgebackene Meister in absehbarer Zeit eine neue Arena erhält. Die Pläne für ein 10.000 Zuschauer fassendes, 100 Millionen Euro teures Domizil liegen vor, doch erste Gespräche mit den Basketballern des FC Bayern über eine gemeinsame Nutzung scheiterten.

"Ich kann nur hoffen, dass man das Projekt durchzieht", sagte Reindl. Vorerst ist München zwar Eishockey-Meister, aber noch keine Eishockey-Stadt. "In Mannheim", merkte Mauer, vor einem Jahr schon Champion mit den Adlern, an, "leben die Leute für Eishockey, das war alles einen Zacken schärfer."

44. Spieltag
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Kölner Haie
Kölner Haie
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1
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1
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Löwen Frankfurt
Löwen Frankfurt
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4
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Di, 27.01.
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Augsburger Panther
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Augsburg
2
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1
Eisbären Berlin
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Berlin
1
1
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19:30
Di, 27.01.
Beendet
Fischtown Pinguins
Fischtown Pinguins
Bremerhaven
2
0
1
1
0
Grizzlys Wolfsburg
Grizzlys Wolfsburg
Wolfsburg
3
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1
1
1
19:30
Di, 27.01.
n.V.
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ERC Ingolstadt
ERC Ingolstadt
Ingolstadt
4
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3
1
Dresdner Eislöwen
Dresdner Eislöwen
Dresden
1
1
0
0
19:30
Di, 27.01.
Beendet
Iserlohn Roosters
Iserlohn Roosters
Iserlohn
1
0
1
0
Adler Mannheim
Adler Mannheim
Mannheim
2
1
0
1
19:30
Di, 27.01.
Beendet
Straubing Tigers
Straubing Tigers
Straubing
3
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1
Nürnberg Ice Tigers
Nürnberg Ice Tigers
Nürnberg
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19:30
Di, 27.01.
Beendet
Schwenninger Wild Wings
Schwenninger Wild Wings
Schwenni.
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EHC München
EHC München
München
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Di, 27.01.
Beendet
#MannschaftMannschaftSp.SOTPENOTPEToreDiff.Pkt.
1Kölner HaieKölner HaieKölner Haie443103811168:11256101
2Adler MannheimAdler MannheimMannheim4426131121156:1045289
3ERC IngolstadtERC IngolstadtIngolstadt4425321400176:1225485
4EHC MünchenEHC MünchenMünchen4425211312149:1113884
5Straubing TigersStraubing TigersStraubing4426111510153:1233083
6Fischtown PinguinsFischtown PinguinsBremerhaven4420311811137:136170
7Eisbären BerlinEisbären BerlinBerlin4417421722143:140367
8Grizzlys WolfsburgGrizzlys WolfsburgWolfsburg4418201833132:123964
9Nürnberg Ice TigersNürnberg Ice TigersNürnberg4417202113138:147-959
10Schwenninger Wild WingsSchwenninger Wild WingsSchwenni.4416032230122:135-1357
11Augsburger PantherAugsburger PantherAugsburg4412321953124:154-3054
12Iserlohn RoostersIserlohn RoostersIserlohn4411322512106:140-3446
13Löwen FrankfurtLöwen FrankfurtFrankfurt4411202623106:169-6342
14Dresdner EislöwenDresdner EislöwenDresden44511334086:180-9423
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#NamePenaltyTore
1Eisbären BerlinLiam Kirk030
2ERC IngolstadtRiley Barber026
Kölner HaiePatrick Russell026
4Nürnberg Ice TigersSamuel Dove-McFalls022
5Straubing TigersNick Halloran020