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257 Kilometer Drama: "Die Hölle des Nordens"

Paris-Roubaix gilt als anspruchsvollster Klassiker des gesamten Kalenders (Bilderquelle: ASO)
Paris-Roubaix gilt als anspruchsvollster Klassiker des gesamten Kalenders (Bilderquelle: ASO)
08. April 2016, 13:30

Wenn am Sonntag die 114. Ausgabe von Paris-Roubaix stattfindet, wird der Titelverteidiger nicht am Start stehen. Vorjahressieger John Degenkolb (Giant-Alpecin) hat nach seinem schweren Unfall gerade erst das Training wieder aufgenommen.

Dafür rüstet sich ein anderer deutscher Radstar für seine Premiere beim härtesten Klassiker. In seinem neunten Profijahr wird Tony Martin (Etixx-Quick Step) die "Hölle des Nordens" zum ersten Mal in Angriff nehmen. Bei der letztjährigen Tour de France überraschte der dreifache Zeitfahrweltmeister Martin mit seiner neu entdeckten Klassikerlust. Auf der mit Kopfsteinpflaster-Abschnitten gespickten Etappe nach Cambrai setzte der 30-Jährige auf den Schlusskilometern eine Attacke, gewann dank seiner Zeitfahrqualitäten als Solist und fuhr ins Gelbe Trikot bei der Frankreichrundfahrt.

Die Chancen für einen erneuten Coup auf Klassikerterrain lässt Tony Martin offen: "Wenn es einen Frühjahrsklassiker gibt, der mir liegt, ist es Paris-Roubaix. Aber das Rennen ist absolutes Neuland für mich und auf den Sektoren geht es neben der puren Kraft auch um Erfahrung. Ich habe in den letzten Wochen viel gelernt und merke, dass es für mich auf diesem Terrain immer besser läuft. Jetzt bin ich bereit für mein Debüt und fokussiert auf den Sonntag."

John Degenkolb siegte im Vorjahr
Degenkolb bedauert verletzungsbedingte Absage

Die Sensation, die John Degenkolb im letzten Jahr glückte, hatte historische Dimensionen. Seit 120 Jahren wird die "Königin der Klassiker" ausgetragen und bisher gab es nur zwei deutsche Gewinner beim mythischen Rennen im Norden Frankreichs: Josef Fischer bei der ersten und Degenkolb bei der letztjährigen Austragung. Entsprechend frustriert ist er, dass er in diesem Jahr nicht die Startnummer 1 präsentieren kann: "Die Klassikersaison ist abgehakt und ich konzentriere mich jetzt auf mein zweites großes Ziel, die Tour de France."

Die diesjährige Ausgabe beinhaltet auf der Gesamtlänge von 257,5 Kilometern genau 52,8 Kilometer der berüchtigten Kopfsteinpflaster-Passagen. Diese verteilen sich auf 27 Sektoren. Nach drei Jahren Pause steht der leicht ansteigende Sektor "Capelle-Ruesnes / Hameau du Buat" wieder im Programm. Drei Sektoren wurden bei einer Besichtigung am Montag von Renndirektor Thierry Gouvenou mit der höchsten Schwierigkeitsstufe von fünf Sternen bewertet: der "Wald von Arenberg" (Sektor 18: nach 162 Kilometern,  2.400 Meter lang), "Mons-en-Pévèle" (Sektor 10: nach 209 Kilometern, 3.000 Meter lang) und der so oft schon rennentscheidende "Carrefour de l’Arbre" (Sektor 4: nach 240,5 Kilometern – 2.100 Meter lang).

Der Chef des Paris-Roubaix-Klassikers, Thierry Gouvenou, verwies auf das auch in diesem Jahr sehr anspruchsvolle Streckenprofil, nicht zuletzt aufgrund der Witterungsverhältnisse: "Die Herausforderung ist der Wechsel zwischen den nassen und trockenen Abschnitten. Dies kann sehr gefährlich sein, denn die Fahrer kommen mit voller Geschwindigkeit von den trockenen Abschnitten und wären dann vielleicht überrascht von den nassen rutschigen Teilstücken."

Duell der Topstars: Boonen gegen Cancellara

Mit Tom Boonen vom Team Etixx-Quick Step und Fabian Cancellara aus der Trek-Segafredo-Mannschaft duellieren sich am Sonntag die beiden Seriensieger: Boonen hofft auf seinen fünften, Cancellara auf seinen vierten Sieg im Velodrome von Roubaix. Das Ausnahmefeld wird unter anderem von Weltmeister Peter Sagan (Tinkoff), dem Sieger von 2014 Niki Terpstra und dem Vorjahreszweiten Zdenek Stybar (beide Etixx-Quick Step) komplettiert.

Die deutschen Radprofis werden durch zahlreiche Fahrer vertreten, darunter Routiniers wie André Greipel (Lotto-Soudal), Christian Knees (Sky) und Marcus Burghardt (BMC). 

Die Streckenkarte 2016:

Die Streckenkarte 2016

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