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HSV siegt erst nach dem großen Knall

Nicolai Müller machte in Hannover alles klar
Nicolai Müller machte in Hannover alles klar
Foto: © getty, Stuart Franklin
03. April 2016, 10:53

Nach dem deutlichen Sieg in Hannover jubelten die Hamburger Fans, als wäre der Klassenerhalt schon sicher. Doch die Gefühlslage bei Trainer und Spielern war eine andere. Denn das Ergebnis täuscht.

Rene Adler, der Keeper der Hamburger, mahnte, warnte und berichtete, dass es in der Kabine des Bundesligisten zur Halbzeit "ordentlich geknallt" habe. "Es ist Erleichterung da", sagte Adler und schob doch gleich hinterher: "Ich warne davor, das Spiel schön zu reden. Das 3:0 sieht klarer aus, als es war." Bei einem anderen Gegner als dem hoffnungslos abgeschlagenen Schlusslicht hätte es wohl ein böses Ende genommen.

"Wir haben es eigentlich nicht verdient, mit 0:0 in die Pause zu gehen", sagte der Torwart, der mehrfach retten musste, weil seine Vorderleute den Letzten der Liga lange Zeit locker aufspielen ließen. "Wir haben uns irgendwie in die Halbzeit gerettet."

Die "kleine Kopfwäsche" wirkt Wunder

Und dann ging es in der Kabine wohl hoch her. "Wir haben uns ein paar Töne gesagt", berichtete der ehemalige Nationaltorhüter. Von einer "kleinen Kopfwäsche" sprach Abwehrmann Cléber, der mit seinem Tor in der 61. Minute - ausgerechnet per Kopfball - für die Wende sorgte. Hannover brach danach auseinander. Die weiteren Treffer der Hamburger durch Ivo Iličević (73.) und Müller (75.) fielen praktisch ohne Gegenwehr der Gastgeber.

Im Nord-Derby wurde dennoch deutlich, warum die Hamburger von den 13 Spielen zuvor nur zwei gewonnen hatten. Darüber konnte der letztlich hohe Sieg nicht hinwegtäuschen. "Wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen", forderte Adler.

Während der kleine HSV unaufhaltsam der 2. Liga entgegen trudelt muss der große HSV in diesem Jahr wohl nicht mehr zittern. Der dienstälteste Klub der Liga schob sich durch den "big point", wie Nicolai Müller den Sieg nannte, auf den zehnten Platz vor. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt bereits sieben Punkte. 

Labbadia bleibt diplomatisch

"Ich kriege wirklich Gänsehaut, so schön war das", kommentierte Trainer Bruno Labbadia die Jubelgesänge der mitgereisten Anhänger, die in der Schlussphase für Heimspiel-Atmosphäre sorgten. Beim Kommentar zu den ersten 45 Minuten war der Coach jedoch weniger klar als sein Kapitän, der ein "grottenschlechtes Spiel" konstatierte.

"In der ersten Halbzeit haben wir ein paar Sachen nicht so gut gemacht", lautete der beschönigende Satz des HSV-Trainers. Seine Worte bei der Halbzeit-Ansprache in der Kabine waren offensichtlich klarer. Auch der erleichterte Trainer warnte: "Wir sind noch nicht gerettet." Am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Aufsteiger Darmstadt reicht eine Leistung wie gegen Hannover wohl kaum zu einem Sieg.

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