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Hamburg zittert vor dem Déjà-vu

Der Hamburger SV muss langsam wieder zittern
Der Hamburger SV muss langsam wieder zittern
20. März 2016, 10:03

Da warens nur noch vier: Der Vorsprung des Hamburger SV auf den Relegationsplatz schrumpft weiter. Während Matthias Ostrzolek die kommenden Spiele als Chance sieht, sind sie gleichzeitig etwas anderes: eine Gefahr.

Jüngster Verursacher der neuen alten Hamburger Misere ist Hoffenheim, das als schlechteste Auswärtsmannschaft der Bundesliga an die Elbe gereist war und mit 3:1 siegte. Die Sicherheitszone zu Platz 16 beträgt nur noch vier Punkte. "Die Situation ist nicht besser geworden. Aber ich habe keine Angst", gab Abwehrspieler Matthias Ostrzolek nach der Partie zu Protokoll.

Dabei hatten die Hamburger noch Glück, dass Schiedsrichter Knut Kircher nicht seinen besten Tag hatte. Anderenfalls wäre Torhüter René Adler bei seiner Strafraumattacke auf den einschussbereiten Kevin Volland vom Platz geflogen. So gab es nur Gelb und Elfmeter. "Knut Kircher ist ein innovativer Schiedsrichter und pfeift schon nach dem Regelwerk, das ab Juli gilt", spottete Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen. Der Gescholtene räumte ein: "Nach Betrachten der Bilder wäre Rot für Adler möglich gewesen."

Neun Punkte seit Rückrundenbeginn

Auch über einen gegebenen und einen nicht gegebenen Handelfmeter für den HSV gab es Streit. Die Entscheidung hätte in beiden Situationen auch andersrum fallen können. Ebenso löste der indirekte Freistoß für Hoffenheim im HSV-Strafraum Diskussionen aus, weil Torhüter Adler einen Rückpass von Ostrzolek mit der Hand annahm. "Das war kein Rückpass. Der Ball sollte ins Aus", behauptete Ostrzolek. Den Freistoß von der Fünf-Meter-Linie hatte Volland überlegt eingeschoben.

Mit lediglich neun Punkten gehört der HSV zu den schlechtesten Rückrunden-Teams. In der Hinrunde war das noch 1899 Hoffenheim mit 13 Zählern. Nach zehn Partien der Rückrunde haben die Kraichgauer schon 14 Punkte und rufen dem HSV brutal ins Bewusstsein, wie der Abstiegskampf geführt werden muss.

"Sind an uns selbst gescheitert"

"Wir sind an uns selbst gescheitert", resümierte Trainer Bruno Labbadia. "Wir hatten extrem viele Möglichkeiten, haben sie aber nicht genutzt." Schon vor dem Spiel hatte der Trainer zwar eine positive Entwicklung in seinem Team erkannt, aber ein großes Defizit ausgemacht: "Jetzt bekommen wir Torchancen. Jetzt müssen wir sie aber auch reinmachen." Das aber passiert nicht. "Wir müssen das schleunigst ändern, sonst wird es auch nächstes Mal nicht klappen", meinte HSV-Profi Aaron Hunt, der mit einem lässig verwandelten Elfmeter sein 50. Bundesliga-Tor erzielte.

Ostrzolek mahnt: "Jetzt kommen die wichtigen Spiele." Nach der Bundesliga-Spielpause tritt der HSV beim Tabellenletzten Hannover 96 an, eine Woche später kommt der ebenso abstiegsgefährdete Tabellennachbar Darmstadt 98 ins Volksparkstadion. Eigentlich wollen sich die Norddeutschen dann aller Sorgen entledigt haben. Eigentlich...

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