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Völler: "Nicht in Selbstmitleid verfallen"

Rudi Völler hat Sorgen
Rudi Völler hat Sorgen
Foto: © getty, Ronny Hartmann
03. März 2016, 07:26

Die 1:4-Heimklatsche gegen Werder Bremen bedeutete für Bayer Leverkusen einen schweren Rückschlag im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation und war die dritte Niederlage der Werkself in Folge. Im Interview nach dem Spiel sprach Sportdirektor Rudi Völler über die schwierige Situation, das Verletzungspech und die Gefahr, im Endspurt alle Saisonziele zu verspielen.

Rudi Völler, die Werkself liegt jetzt sieben Punkte hinter dem Dritten Hertha BSC. Das sieht nicht gut aus, oder?

Nicht nur die Niederlage, die wir aushalten müssen, ist schwer, sondern auch das Gesamtpaket. Wir haben zum dritten Mal hintereinander in der Bundesliga verloren. Allerdings hatten wir seit ich in Leverkusen bin noch nie so viele verletzte Spieler. Und heute ist noch Verteidiger Roberto Hilbert dazugekommen, der sicher lange mit einer Schulterverletzung ausfallen wird.

Hilbert wäre der achte Verletzte. Wie geht es nun nach diesem Verletzungspech weiter?

Die, die heute gespielt haben, müssen es in den nächsten Wochen regeln. Wir haben sechs Spiele in den kommenden zweieinhalb Wochen. Es tut etwas weh, aber es geht trotzdem weiter. Es ist die erste schwierige Situation für uns als Club, durch die wir jetzt durch müssen.

Hat es sich negativ ausgewirkt, dass Cheftrainer Roger Schmidt wegen seiner Sperre für den Innenraum nach dem Eklat beim Spiel gegen Borussia Dortmund nicht coachen durfte?

So kann man es nicht sagen. Mir tut Co-Trainer Markus Krösche leid, der seine zweite Niederlage als Vertretung hinnehmen musste. Es liegt an den Umständen, die wir durchmachen müssen. Schließlich ist es nicht so, dass sich keiner bemüht, aber es passt im Moment einfach nicht zusammen. Das soll keine Ausrede sein. Wenn jedoch so viele Spieler ausfallen, wird es schwer.

Hertha BSC hat gewonnen, und der Abstand zu den Berlinern ist auf sieben Punkte angewachsen!

So ist das im Fußball. Vor drei Wochen waren wir noch Tabellendritter. Wir haben drei Spiele hintereinander verloren, haben viele Verletzte: Das wird schwierig. Dies müsse wir realistisch sehen. Wir müssen kleinere Brötchen backen und das akzeptieren.

Wie kann man den Abwärtstrend stoppen?

Das Problem mit den Verletzten ist nicht zu lösen. Wie kann man das stoppen? Mit einem Erfolgserlebnis! Daran muss man glauben, auch wenn jetzt alle niedergeschlagen sind. Wir sind ja nicht so schlecht, wie wir momentan spielen.

Wie groß ist die Gefahr, aufgrund des Verletzungspechs alles zu verspielen?

Die Gefahr ist da. Da dürfen wir nicht um den heißen Brei rumreden. In der momentanen Verfassung, in der wir sind mit den Verletzten und der Verunsicherung, wird es schwierig. Wir dürfen jedoch nicht in Selbstmitleid verfallen. Das wäre das Schlimmste. Wir müssen auch mit einer dezimierten Truppe am Samstag beim FC Augsburg gucken, dass wir punkten.

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