Suche Heute Live
2. Bundesliga
Artikel teilen

2. Bundesliga
Fußball
(M)

Profis als Referees "würden gut tun"

Foto: © imago, imago sportfotodienst
30. Dezember 2015, 07:40

Für diese Jobs müsse man verrückt sein, sagt er. "Du bist immer der Buhmann. Du bist der Idiot, wenn du was falsch machst. Aber ich mag den Druck", erzählt René Vollath. Der Fußballprofi spricht so über seinen Beruf und sein Hobby.

Er ist Torwart beim Zweitligisten Karlsruher SC. Und seit rund zwei Jahren nebenbei auch noch Schiedsrichter. Unparteiische gibt es in Deutschland rund 72 000. Neben Vollath ist dem Deutschen Fußball-Bund kein weiterer pfeifender Profi bekannt. Vollath hofft, dass sich das ändert. "Besser qualifiziertes Personal gibt es einfach nicht", sagt der 25-Jährige.

Der DFB freut sich über Vollaths zweite Karriere im Fußball: "Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass er das durchzieht. Es ist super Werbung und ein tolles Signal für die Schiedsrichter", sagt der für Referees zuständige DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann. "Wegen des Geldes macht er das sicher nicht."

Für 40 Euro pro Spiel

Vor rund zwei Jahren begann die Schiedsrichter-Laufbahn des Torhüters. In dieser Saison pfeift er erstmals in der Landesliga, für 40 Euro pro Einsatz. Spiele leiten kann er nur, wenn es der Spiel- und Trainingsplan des KSC erlaubt.

So wie Mitte November: Vollath pfeift die Partie zwischen 1. FC 08 Birkenfeld und FC Nöttingen 2. Nach ein paar Minuten kommt es zu einem kurzen Aufreger: "Ey Schiedsrichter! Hand!", brüllt ein Nöttinger. Vollath verzieht das Gesicht, schüttelt den Kopf und ruft: "Weiter!" Er leitet das Spiel ruhig, zeigt keine Karte und legt die Regeln eher liberal aus. Die Zuschauern meckern kaum.

Den Spielern der Landesligisten fällt der Schiedsrichter dennoch auf. "Er merkt, wenn Spieler nur schreien, um ein Foul rauszuholen", sagt Birkendfelds Mittelfeldmann David Kaul. "Draußen haben wir gesagt: Das ist ja Wahnsinn, der pfeift gar nichts!", sagt dessen Trainer Hakan Göktürk nach dem 5:2-Sieg seines Teams.

Wegen Meckerns in den neuen Job

Der Schiedsrichter-Obmann des Badischen Fußballverbands, Rolf Karcher, sieht das ähnlich: "Ich habe ihm gesagt, dass er öfter unterbrechen muss, sonst fangen die Spieler an zu meißeln." Aber eigentlich wirkt er zufrieden und ist wohl stolz über solch einen Schützling. "Er antizipiert das Spiel wunderbar. Und er hat so eine Art, er ist ein natürlicher Spielleiter", lobt Karcher. Wenn der KSC-Profi so weiter pfeife, könne er bald wieder in eine höhere Liga aufsteigen.

Vollath hört das gerne. "Natürlich stellt sich kein Fußballprofi hin und sagt: Ich pfeife jetzt siebte Liga. Wenn ich was mache, dann mache ich es richtig", sagt der Torhüter.

Sein Schiedsrichter-Hobby begann der gebürtige Bayer, als er noch für Wacker Burghausen in der dritten Liga spielte. Dort meckerte er viel und bekam dafür häufig Gelbe Karten. Vollath zufolge sagte ihm ein Schiedsrichterbeobachter nach einem Spiel: "Probier' es doch selber, wenn du es besser kannst." Er probierte es.

Vollath könnte Zugpferd werden

Inzwischen hofft er, dass noch weitere Profis zur Pfeife greifen: "Es würde dem Fußball gut tun, wenn es mehr machen würden". Es gebe zwar sehr gute Schiedsrichter wie Knut Kircher. Doch ein Fußballprofi könnte das Spiel besser verstehen und Zweikämpfe treffender bewerten, argumentiert Vollath.

Der DFB sucht derweil dringend nach neuen Schiedsrichtern; mit verschiedensten Projekten will er den Job attraktiver machen. Gezielt Profis anwerben wird der Verband aber nicht. "Man muss die Ressourcen da einsetzen, wo es sinnvoll ist", sagt Zimmermann. Falls Vollath als Schiedsrichter weiter aufsteige, könne das aber weitere Profis anlocken, vermutet der DFB-Vizepräsident.

Kurioses Wortgefecht mit Knut Kircher

Trotz des Schiedsrichter-Hobbys bleibe er wohl immer ein "Hitzkopf", sagt Vollath. Etwa als er Anfang Oktober gegen den SC Freiburg (1:1) den damals verletzten Stammkeeper und Kapitän Dirk Orlishausen vertrat und in eine hitzige Diskussion mit Schiedsrichter Wolfgang Stark geriet. Vollath forderte statt einer Ecke einen Abstoß. Der Unparteiische habe ihm daraufhin gesagt: "Sie sind doch selber Schiedsrichter. Sie wissen doch, wie schwer das ist". Und Vollath? Der blieb dann ruhig.

Zuletzt erlebte die Profi-Karriere des Torwarts noch eine positive Entwicklung. In den zwei Spielen vor der Winterpause setzte KSC-Trainer Markus Kauczinski den gesunden Orlishausen auf die Bank. Vollath durfte nicht nur zwischen die Pfosten, sondern sich auch noch die Kapitänsbinde überstülpen. Seine Bilanz: Zwei Siege, ein Gegentor, null Gelbe Karten.

6. Spieltag
  • Spielplan
  • Tabelle
#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Hertha BSCHertha BSCHertha BSC550015:6915
21. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg541015:6913
31. FC Heidenheim 18461. FC Heidenheim 1846Heidenheim540112:10212
41. FC Magdeburg1. FC MagdeburgMagdeburg530210:829
5VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg522110:738
61. FC Kaiserslautern1. FC KaiserslauternK'lautern52215:418
7Energie CottbusEnergie CottbusCottbus521213:1217
8VfL BochumVfL BochumBochum52124:407
9FC St. PauliFC St. PauliSt. Pauli51317:706
10VfL OsnabrückVfL OsnabrückOsnabrück52038:11-36
11SpVgg Greuther FürthSpVgg Greuther FürthGr. Fürth51228:10-25
12Karlsruher SCKarlsruher SCKarlsruhe51226:11-55
13Eintracht BraunschweigEintracht BraunschweigBraunschweig511312:1204
14Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeld51138:10-24
15Hannover 96Hannover 96Hannover 9651135:8-34
16SV Darmstadt 98SV Darmstadt 98Darmstadt51134:8-44
17Dynamo DresdenDynamo DresdenDresden51137:12-54
18Holstein KielHolstein KielHolstein Kiel50326:9-33
  • Aufstieg
  • Relegation
  • Relegation
  • Abstieg
  • N = Aufsteiger
  • A = Absteiger
Ergebnisse & Tabelle

Newsticker

Alle News anzeigen

Torjäger 2026/2027

#Spieler11mTore
1SpVgg Greuther FürthFelix Klaus25
1. FC NürnbergMohamed Alì Zoma05
3Hertha BSCJosip Brekalo14
Energie CottbusTolcay Ciğerci24
Arminia BielefeldJoel Grodowski14
    * Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.