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Zorniger grantelt auch nach dem Heimsieg

Alexander Zorniger ist noch nicht zufrieden
Alexander Zorniger ist noch nicht zufrieden
Foto: © getty, Alexander Hassenstein
19. Oktober 2015, 10:49

Alexander Zorniger hat sich mit dem ersten Heimsieg beim VfB Stutttgart Luft verschafft. Entspannter ist der Coach mit dem Erfolg gegen den FC Ingolstadt nicht geworden.

Nein, "e Fläschle" auf den erlösenden ersten Heimsieg, wie von einem Fragesteller nahegelegt, wollte sich Alexander Zorniger nicht gönnen. "Ich trinke keinen Alkohol", sagte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem glücklichen 1:0 gegen Aufsteiger FC Ingolstadt ohne den Hauch eines Lächelns.

Wer geglaubt hatte, der erste Dreier vor heimischem Publikum nach zuvor vier Niederlagen oder der Sprung vom Tabellenende auf Platz 15 hätten Zorniger etwas entspannter gemacht, sah sich getäuscht. Der Coach gab sich auch in kleiner Gesprächsrunde bissig wie eh und je. "Im Moment fühlt sich's einfach an wie ein Sieg, fertig", antwortete er schnippisch auf Fragen nach seiner Gefühlslage, "ich mache mir keine Gedanken, wie viele Steine da runterfallen."

Standardfrage, Scheißinterpretation

Einen Reporter, der es gewagt hatte, Zorniger an seine Kritik an Stürmer Timo Werner zu erinnern, nannte er einen "Komiker"; andere rügte er für ihre "Standardfrage" oder "Scheißinterpretation". Auch über den zuletzt viel gescholtenen Przemyslaw Tyton, der den Sieg mit seinen Paraden wie beim abgewehrten Foulelfmeter von Mathew Leckie (4.) festhielt, redete Zorniger nicht gern. "Elfmeter gehalten, zu Null gespielt, fertig", sagte er knapp.

Dass der Pole erneut seine Chance erhalten würde, sei von Anfang an klar gewesen, betonte Zorniger. Dabei hatte er selbst im Vorfeld den Eindruck erweckt, zumindest zu grübeln - oder? "Interessiert mich nicht, weil viele das Wissen nicht haben oder das sehen, was ich jeden Tag auf dem Platz sehe", sagte Zorniger gereizt. Tyton, der zuletzt sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen worden war, berichtete etwas gelöster von einem guten Gespräch mit Zorniger unter der Woche: "Ich spüre sein Vertrauen."

Wie Zorniger wollte sich der Keeper nicht lange mit dem zweiten Saisonsieg aufhalten, den Daniel Didavi vor 45.700 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena mit seinem Abseitstor (59.) besorgt hatte. Jetzt müssten alle "an Leverkusen denken und daran, wie wir da Punkte bekommen", meinte Tyton.

Spielstil nicht wie erwünscht

Extremes (Gegen-)Pressing wie in den ersten sieben Spielen dürfte bei Bayer - wie gegen den FCI - nicht zu Zornigers Werkzeugen gehören. Sein Team spiele inzwischen "ein Stück weg von dem, was wir wollen", sagte Zorniger, verwies aber auf die Personallage als Ursache. Diese hat sich mit der Gelb-Roten Karte für Geoffroy Serey Dié (86.) verschärft. Auch Filip Kostic und der langzeitverletzte Daniel Ginczek werden in Leverkusen fehlen, nur Kapitän Christian Gentner berichtete von Fortschritten mit seiner Achillessehne: "Ich will der Mannschaft helfen."

Schließlich soll der von Robin Dutt beschriebene "Trend" mit zuletzt sieben Punkten aus vier Spielen anhalten. "Wir sind am Anfang unseres Weges, der noch einige Jahre gehen wird", sagte der Sportvorstand. Rückendeckung kam von Martin Schäfer, dem am Sonntagabend zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden berufenen Würth-Manager. Der VfB werde diesen Weg "konsequent weitergehen", sagte er. Mit Zorniger. Aber ohne "Fläschle".

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