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Darmstadt verschärft Augsburger Krise

Augsburg steckt mit Trainer Markus Weinzierl in der Krise
Augsburg steckt mit Trainer Markus Weinzierl in der Krise
Foto: © getty, Micha Will
17. Oktober 2015, 17:23

Für den FC Augsburg wird die Lage in der Bundesliga langsam dramatisch, der kecke Aufsteiger SV Darmstadt 98 hat dagegen seinen bemerkenswerten Auswärts-Nimbus gewahrt. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster siegte bei enttäuschenden Schwaben völlig verdient mit 2:0 (2:0) und sorgte damit weiter für Furore.

Augsburg steckt nach der sechsten Niederlage im neunten Spiel tief im Abstiegskampf, zeigte keine Anzeichen dafür, dass sich dies bald wieder ändert und kann am Sonntag sogar auf Rang 18 abrutschen. Die Lilien sind auswärts unterdessen weiterhin ungeschlagen, und dies, obwohl sie vor der Partie beim FCA auf Schalke (1:1), in Leverkusen (1:0) und bei Borussia Dortmund (2:2) gespielt hatten.

Eckbälle als Trumpfkarte

Der größte Trumpf der Darmstädter und zugleich eine eklatante Schwäche des Teams von Trainer Markus Weinzierl waren die Eckbälle. Den ersten der Schuster-Elf köpfte Sandro Wagner (7.) ins Augsburger Tor, nachdem er sich gegen Jan-Ingwer Callsen-Bracker durchgesetzt hatte. Den zweiten verwertete Peter Niemeyer (29.) im Nachschuss, diesmal war der FCA in einen kollektiven Tiefschlaf verfallen.

Augsburg, das vor knapp vier Wochen gegen Hannover (2:0) seinen bisher einzigen Saisonsieg holte, fand von Beginn an nicht in die Begegnung und hatte vor allem mit Problemen im Umschaltspiel zu kämpfen. Darmstadt vertraute auf seine Kompaktheit in der Defensive, mit der die Hessen den Schwaben zunächst jeden Schwung nahmen. Das Führungstor passte zusätzlich ins Konzept.

Auch von Augsburgs Mittelfeldlenker Daniel Baier, der nach einem Mittelhandbruch mit einer Manschette spielte, gingen vor 30.009 Zuschauern nicht genügend Impulse aus, sodass die Offensive um Halil Altintop zu selten in Position kam.

Allerdings mangelte es beim FCA gerade vor der Pause an vielem: zu wenig Laufbereitschaft, in den Zweikämpfen deutlich unterlegen, keine Effektivität trotz klarem Ballbesitzplus und zudem ohne jegliche Kreativität. Viel mehr als Chancen von Tobias Werner (36.) und nach dem Wechsel von Raul Bobadilla (63.) war da nicht. 

Lilien schöpfen Potential perfekt aus

Die Situation sei "nicht dramatisch", hatte Weinzierl zuvor trotz der ohnehin bedenklichen Punktausbeute gesagt. Abstiegskampf sei auch im fünften Bundesligajahr und unabhängig von der Europa-League-Teilnahme "Normalität" in Augsburg. Insbesondere die Darbietung in der ersten Halbzeit dürfte den FCA-Coach diese Einschätzung aber überdenken lassen.

Darmstadt bewegte sich im Rahmen seiner limitierten Möglichkeiten, die die Lilien aber gerade auswärts nahezu perfekt ausschöpfen. Viel war auf das Zerstören der FCA-Angriffe ausgelegt, aber auch angesichts der beeindruckenden Effizienz in der Offensive reichte das aus. Obwohl Weinzierl zum zweiten Abschnitt Ja-Cheol Koo und Bobadilla brachte, entwickelte Augsburg weiterhin zu wenig Gefahr.

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