Beim traditionsreichen Giro di Lombardia haben die Radsport-Profis ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit gesetzt.
Der Start des letzten Radsport-Monuments der Saison verzögerte sich um fünf Minuten, weil das Peloton geschlossen stehen blieb. Die Fahrer wollten damit auf die zunehmende Zahl gefährlicher Zwischenfälle mit Begleitfahrzeugen aufmerksam machen.
Obwohl der Countdown bereits beendet und die Startflagge geschwenkt worden war, setzte sich das Feld zunächst nicht in Bewegung. In Bergamo sorgte die ungewöhnliche Aktion für Verwirrung unter den Zuschauern.
Anschließend ergriff der belgische Radstar Remco Evenepoel das Wort. "Es gibt zu viele Zwischenfälle mit Fahrzeugen im Rennen", erklärte der zweimalige Olympiasieger. Dabei erinnerte er auch an den britischen Radfahrer Fin Tarling, der im August bei der Portugal-Rundfahrt nach einer Kollision mit einem Fahrzeug ums Leben gekommen war.
"Leider haben wir das Leben eines Bruders und Kollegen verloren. Wir können nicht länger akzeptieren, dass Fahrer verletzt werden oder sogar sterben, während sie das tun, was sie am meisten lieben", sagte Evenepoel.
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Fahrergewerkschaft fordert Konsequenzen
Auch die Fahrergewerkschaft CPA schlug Alarm. In einer Stellungnahme, die unter anderem von Evenepoel und dem britischen Profi Tom Pidcock geteilt wurde, forderte sie den Radsport-Weltverband UCI auf, die Veranstalter stärker in die Pflicht zu nehmen.
Erst Anfang der Woche waren Thomas Gloag und Marcel Camprubi beim Eintagesrennen Tre Valli Varesine von einem entgegenkommenden Polizeimotorrad erfasst worden.
"Die Fahrer sind mit hoher Geschwindigkeit und kaum Schutz unterwegs. Wir verlassen uns darauf, dass die UCI und die Veranstalter die Straßen absichern. Dieser Verantwortung wird derzeit nicht gerecht geworden", kritisierte die CPA.
Die Fahrer hätten das Rennen nicht sabotieren, sondern mit ihrer gemeinsamen Aktion ein Zeichen setzen wollen. "Wir lieben diesen Sport und respektieren die Veranstalter. Wir wollen Rennen fahren und den Fans etwas bieten. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir sicher zu unseren Familien zurückkehren", hieß es in der Erklärung.
Nach der fünfminütigen Protestpause wurde der Start erneut freigegeben.





