Die Saison 2026/27 hat ihre erste Trainer-Entlassung: Wie Hannover 96 am späten Montagabend mitteilte, wird Christian Titz von seiner Tätigkeit als Cheftrainer der Niedersachsen freigestellt. Für das Zweitliga-Heimspiel gegen den VfL Bochum setzen die Niedersachsen auf eine Interimslösung. Anschließend könnte Sandro Wagner übernehmen.
Nach einem völlig verkorksten Saisonstart in der 2. Bundesliga trennt sich Hannover 96 von Trainer Christian Titz. Auch Co-Trainer André Kilian, der im Sommer 2025 gemeinsam mit Titz vom 1. FC Magdeburg an den Maschsee gewechselt war, ist nicht länger Teil der Niedersachsen. Das sei das Ergebnis einer "umfassenden Analyse der Entwicklung der Mannschaft in den zurückliegenden Wochen" gewesen, heißt es in einer Mitteilung.
Übernimmt jetzt Sandro Wagner bei Hannover 96?
"Am Wochenende nach der Niederlage in Nürnberg haben wir offene und ehrliche Gespräche miteinander geführt und uns den Verlauf der vergangenen Wochen und Monate sehr genau angeschaut. Unserer Mannschaft hat es in entscheidenden Momenten an Stabilität und Klarheit gefehlt – es ist nicht gelungen, ein konstantes Leistungsniveau zu erreichen", erklärte Geschäftsführer Jonas Boldt die Entlassung.
Titz bedankt sich beim Traditionsklub aus der niedersächsischen Landeshauptstadt für "die Zusammenarbeit sowie bei den Fans für die tolle Unterstützung die gesamte Zeit über. Für die weitere Saison wünsche ich der Mannschaft viel Erfolg." Wer das Erbe des ehemaligen Hamburger Chefcoaches antritt, soll "zeitnah" geregelt werden. Beim Heimspiel gegen den VfL Bochum am Sonntag wird U23-Coach Lars Barlemann interimsweise betreuen.
Laut "Bild" deutet alles darauf hin, dass Sandro Wagner den kriselnden Zweitligisten übernimmt. Einem Bericht des Boulevardblattes zufolge steht der 38-Jährige kurz vor einem Engagement bei Hannover 96. Der ursprüngliche Plan der Roten sei es gewesen, den ehemaligen Nagelsmann-Nachfolger bereits am Dienstag das Training leiten zu lassen. Aus diesem Plan ist allem Anschein nach aber erst einmal nichts geworden.
Neben Wagner sollen auch zwei weitere Kandidaten noch im Rennen um das Titz-Erbe sein.
Titz verkrachte sich bei Hannover 96
Seit dem Bundesliga-Abstieg 2019 arbeitet 96 mit riesigem finanziellem Aufwand an der Erstliga-Rückkehr. Titz wurde 2025 vom 1. FC Magdeburg verpflichtet und baute in seiner ersten Saison in Hannover eine komplett neue Mannschaft auf. Für den Übungsleiter sprachen zunächst der attraktive Fußball seines Teams und die statistisch beste Zweitliga-Saison seiner Mannschaft.
Allerdings verspielten die Niedersachsen an den letzten drei Spieltagen den greifbar nahen Aufstieg, danach herrschte allenthalben Fassungslosigkeit. Im Sommer wurde Boldt als neuer Sport-Geschäftsführer präsentiert. Zwischen ihm und Titz kam es von Beginn an zu Problemen. Streitpunkte waren u.a. die Transferpolitik, die Kadergröße und auch die Rolle des neuen Torwarts Pascal Loretz.
Boldt holte ihn aus der Schweiz, Titz nahm ihn nach nur einem Einsatz aus der Mannschaft. In der Bundesliga hatte es am Sonntag bereits Gladbachs Übungsleiter Eugen Polanski erwischt. Nach drei Spieltagen und null Punkten musste der Ex-Profi am Niederrhein die Koffer packen, die Suche nach einem Nachfolger läuft auf Hochtouren.
























