England steht nach einem wahren Kraftakt im Halbfinale der WM 2026 - doch Trainer Thomas Tuchel war nach dem 2:1 nach Verlängerung gegen Norwegen alles andere als gut gelaunt. In einem Interview brach der Ärger aus dem Deutschen heraus.
"Wir haben uns das Leben heute selbst sehr, sehr schwer gemacht", monierte Tuchel. Dass man die Runde der letzten Vier erreicht habe, sei zwar "fantastisch" und "großartig", betonte der Teammanager, "aber ich bin nicht zufrieden mit der Leistung."
Ein Doppelpack des früheren BVB-Superstars Jude Bellingham (45.+2, 93.) hatte die enge Begegnung zugunsten der Three Lions gedreht, nachdem Andreas Schjelderup (36.) die Norweger mit einem Weltklasse-Treffer zunächst in Führung gebracht hatte.
"Ich muss dazu nicht mehr viel sagen", lobte Tuchel seinen Matchwinner: "Weltklasse."
Und doch wirkte der Coach unzufrieden. Das Engagement sei grundsätzlich da, so Tuchel, aber man habe "schlampig" und "nicht schnell genug" gespielt sowie "eine Menge technischer Fehler" gemacht und letztlich viel "Glück gehabt".
Tuchel mit Wutrede nach Mentalitätsfrage
Als ein Reporter in der Folge nachhakte und die Mentalität des englischen Starensembles hinterfragte, ging Tuchel an die Decke.
"Das ist pure Mentalität! Das kannst du in Flaschen abfüllen und verkaufen! Warum soll es an der Mentalität liegen? Es liegt an der Qualität unseres Spiels. Das hat mit Mentalität nichts zu tun", polterte der 52-Jährige, der die Three Lions im Januar 2025 übernommen hatte.
Im Halbfinale am Mittwoch wartet mit Titelverteidiger Argentinien nun der nächste ganz dicke Brocken auf Tuchels Schützlinge. "Wir müssen besser spielen", forderte der Deutsche im Vorfeld entschieden.
Auch in der heimischen Presse bekam der Auftritt im Viertelfinale allenfalls durchwachsene Kritiken. "War es schön? Nein. War es angenehm? Nicht wirklich", schrieb die "Daily Mail", die dafür aber den "Kampfgeist" des Teams hervorhob. Der "Guardian" meinte derweil, dass England "zeitweise Glück" gehabt hätte und alle Beteiligten jetzt "völlig erschöpft" seien.






