Durch den klaren 7:1-Erfolg gegen Curacao hat die deutsche Nationalmannschaft reichlich WM-Euphorie entfacht. Europameister Thomas Helmer sieht beim DFB-Team hingegen noch Schwächen. Ausgerechnet Kapitän Joshua Kimmich vom FC Bayern könnte aus seiner Sicht zum Problem werden.
"Er neigt dazu, sehr stark in die Spielgestaltung zu gehen, fast als zusätzlicher Spielmacher", sagte Helmer mit Blick auf die Rolle des Rechtsverteidigers unter Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Bereits beim WM-Auftakt gegen Curacao sei deutlich geworden, dass die Staffelung in der Mannschaft nicht durchgängig stimme, wenn Kimmich sich seine Freiheiten herausnehme.
"Gegen stärkere Gegner muss er die Balance besser halten und seine Position klarer ausfüllen", mahnte Helmer. Ansonsten könne es gegen die Top-Teams "problematisch" werden.
Ganz grundsätzlich sei die rechte Seite im DFB-Team mit Kimmich und Leroy Sané gegen Curacao "nicht ganz so überzeugend" gewesen, urteilte Helmer.
Kimmich mit anderer Rolle als beim FC Bayern
Anders als beim FC Bayern agiert Kimmich in der Nationalmannschaft nicht im Zentrum, sondern auf der rechten Abwehrseite. Im eigenen Ballbesitz interpretiert er diese Rolle aber neu und verlässt immer wieder seine Zone.
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Für Helmer ist es wichtig, schon jetzt Lösungen für diese Themen zu finden, denn die Konkurrenz im Kampf um den WM-Titel sei groß. "Die Top-Teams wirken sehr reif, sehr klar in ihren Abläufen und in der Lage, Spiele auch über Phasen hinweg zu kontrollieren", merkte Helmer an.
Als schärfste Kontrahenten im Kampf um den Titel sieht er die großen Fußball-Nationen aus Europa. "England hat mich sehr beeindruckt, vor allem in der zweiten Halbzeit gegen Kroatien. Ich hatte im Vorfeld gesagt, dass England Weltmeister werden kann und Harry Kane Torschützenkönig wird, und nach diesem Spiel wirkt das gar nicht mehr so unrealistisch", so seine Einschätzung.
"Auch Frankreich hat mich überzeugt, insbesondere in der zweiten Halbzeit. Diese Tiefenläufe, die Geschwindigkeit im Umschalten und die Passqualität in die Spitze sind extrem schwer zu verteidigen", fügte Helmer hinzu.

























