Das deutsche WM-Tor wird von Manuel Neuer und nicht von Oliver Baumann gehütet. Diese Entscheidung verkündete Bundestrainer Julian Nagelsmann am Donnerstag offiziell. Freunde hat er sich damit zumindest im Kraichgau nicht gemacht.
In den letzten Tagen mussten sich die Verantwortlichen der TSG Hoffenheim noch auf die Zunge beißen, mit der offiziellen Bekanntgabe des DFB-Kaders für die WM 2026 hat Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker sein Schweigen aber gebrochen und die Degradierung von Oliver Baumann zur deutschen Nummer zwei öffentlich kritisiert.
"Am Ende ist es selbstverständlich die Entscheidung des Bundestrainers, wen er nominiert beziehungsweise aufstellt", meinte Schicker zunächst, ließ dann aber deutlich durchblicken, dass die Art und Weise ihm und auch seinem Verein überhaupt nicht gefallen hat. "Was die Kommunikation und den Stil betrifft, kann sich jeder selbst ein Urteil bilden", erklärte er vielsagend.
Nagelsmann beurteilt die Lage etwas anders. Er könne "absolut verstehen", so der Bundestrainer, "dass in der Torwartfrage manche sagen, das war nicht der richtige Weg - und manche sagen, das war der richtige Weg. Daran sieht man schon: Diese hundertprozentige Wahrheit gibt es nicht." Perfektion anzustreben, sei ohnehin "Schwachsinn, weil die wird man nie erreichen." Er aber sei "fein mit der Kommunikation, sage aber auch, man hätte Dinge anders machen können."
Nagelsmann sprach schon im März mit Neuer
Bis vor wenigen Wochen galt Baumann bei der WM noch als Nummer eins gesetzt. Nach und nach wurden dann aber Diskussionen über ein Comeback von Manuel Neuer laut, der seine Karriere im DFB-Team schon nach der vergangenen EM beendet hatte. Nagelsmann verriet am Donnerstag, dass er und sein Team schon im März den Plan verfolgten, den Bayern-Star zu einem Comeback zu überreden.
"Wir haben Oli schon im März gesagt, dass ich ein Treffen mit Manu hatte, nachdem klar war, dass Marc-André ter Stegen das Turnier nicht spielen kann", sagte Nagelsmann. Für Neuer als Nummer eins hätten dann mehrere Argumente gesprochen. "Was den Manu einfach umgibt - und das habe ich nicht und auch der Oli etwas weniger - er hat extrem viele Titel, er hat eine Aura, er hat einen Namen", so der Bundestrainer.
Baumann sei natürlich enttäuscht gewesen, ergänzte Nagelsmann. "Am Ende war es ein Schlag für Oli, was natürlich verständlich ist. Es ist nie eine schöne Nachricht. Ich ziehe aber am Ende den Hut vor Oli. [...] Er hat sich im Gespräch immer ganz klar zur Mannschaft bekannt und versichert, dass er die Jungs nie im Stich lassen würde."




























