Der ehemalige Nationalspieler Oliver Kahn hat jüngst aufhorchen lassen, als er Bayern Münchens Superstar Jamal Musiala dazu riet, auf die Weltmeisterschaft zu verzichten, um wieder zu alter Formstärke zu finden. Max Eberl hält von diesem Ratschlag äußerst wenig.
"Jeder der Profisport betreibt, und es stehen die größten Sportereignisse der Welt an, dann kann man einem Sportler nicht sagen: 'Lass die mal sausen und mach etwas anderes, mach dich fit.' Jamal geht seinen Weg", stellte Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl bei "Sky" an.
Ja, die Verletzung des Offensivspielers sei "sehr kompliziert" gewesen und hatte "Nachwehen", sodass der DFB-Star auch wenige Wochen vor dem WM-Start noch nicht wieder bei alter Stärke ist.
Eberl betonte zugleich aber: "Wir wussten, dass die Reintegration Zeit benötigen wird, sowohl physisch als auch vom Kopf her." Es brauche Zeit, um wieder mutig auf dem Platz agieren zu können. "Das sind alles Prozesse, die Jamal jetzt geht. Irgendwann kommt der Moment, in dem etwas Außergewöhnliches auf dem Platz passiert und alles wird wie weggeblasen sein."
Musiala nicht zur XXL-WM in die USA, Mexiko und Kanada mitzunehmen, sei für Eberl keine Frage, die sich stellt: "So einen großartigen Spieler wie Jamal Musiala, gesund und mit seiner Form, tut uns bei der WM sehr gut. Wenn es dann eben nicht in dieser hundertprozentigen Top-Fitness ist, hat man ihn gerne auf der Bank, um genau diese besonderen Momente zu kreieren."
Auch Hamann skeptisch bei Musiala: "WM im Moment kein Thema"
Der ehemalige Münchner Vorstandschef Oliver Kahn hatte zuvor im Fußballtalk "Triple" bei "Sky" gesagt, Musiala "sollte auf eine Teilnahme bei der WM verzichten. Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein."
In der Bundesliga kam Musiala nach seinem Comeback zu neun Einsätzen (ein Tor, zwei Vorlagen), erst kürzlich musste er nach einer erneuten Schmerzreaktion am Knöchel mehrere Wochen passen, wodurch er auch die Länderspiele im März ausließ.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte unterdessen erklärt, dass er sich keine Sorgen um Musiala mache. "Er hat nicht mehr so viel Zeit, das steht außer Frage", sagte er am Rande der jüngsten Länderspiele , aber "ich traue ihm zu, dass er auf 100 Prozent kommt."
Jamal Musiala hatte sich bei der Klub-WM in den USA im vergangenen Sommer das Wadenbein gebrochen und dazu schwer am Sprunggelenk verletzt. Er musste operiert werden und fiel bis zu Jahresbeginn aus. Seitdem ist der Edeltechniker auf der Suche nach seiner Form.
Auch "Sky"-Experte Dietmar Hamann ist mit Blick auf die WM skeptisch. "Die WM ist bei Jamal Musiala im Moment kein Thema. Er muss schauen, dass er Form findet. Wenn er sie wieder hat, dann kommt alles von selbst. Aber die Zeit wird ja nicht mehr. Er hat nur noch sieben Wochen. Es muss jetzt alles perfekt laufen", sagte Hamann.




























