Thomas Reis machte bei Samsunspor aus einem Abstiegskandidaten einen Europacup-Teilnehmer. Ein knappes halbes Jahr später folgte die überraschende Trennung und ein Aufschrei bei den türkischen Fußball-Fans, die der frühere Bochumer nachdrücklich beeindruckt hat.
Vor der Saison 2024/25 hatte Thomas Reis bei Samsunspor die Geschicke von Markus Gisdol übernommen, der das Team im Jahr zuvor zum Klassenerhalt geführt hatte. Nichts anderes war auch für Reis das Ziel, doch sein Team landete hinter Meister Galatasaray und Fenerbahce.
In der anschließenden Europa-League-Quali zog man zwar den Kürzeren, dennoch spielte man mit der Conference League auch dank Reis europäisch. Im Januar dann soll es sogar Gespräche über eine mögliche Verlängerung gegeben haben, man war jedoch ganz offenbar unterschiedlicher Meinung und kam nicht auf einen Nenner. Zwei Niederlagen später zog der Verein überraschend vorzeitig die Notbremse und setzte Reis vor die Tür.
Zwei Monate später ist Reis zwar noch ohne Job, aber wieder bereit für eine neue Aufgabe. Diese soll bestenfalls in Deutschland sein, wie er der "Sport Bild" verriet.
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Eine Rückkehr in die Türkei will er allerdings nicht ausschließen. "Mich reizen Vereine mit Tradition, fanatischen Fans, ausverkauften Stadien, wo immer was los ist. Einen der drei großen Istanbuler Klubs - Galatasaray, Fenerbahce oder Besiktas zu trainieren wäre großartig. Priorität hat für mich aber aktuell ein Job in Deutschland", teilte Reis seine Pläne.
Große Wertschätzung in der Türkei
Dass sich Reis nach nur eineinhalb Jahren in der Türkei und dem enttäuschenden Ende bei Samsunspor eine Rückkehr vorstellen kann, liegt auch an der hohen Wertschätzung, die er von den Türken erhielt.
"Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft waren unglaublich. (...) Überall wurde ich mit offenen Armen empfangen, die Menschen wollten Fotos mit mir machen oder boten mir etwas an. Ich erinnere mich an einen Mann, der mir unbedingt einen seiner gegrillten Maiskolben schenken wollte, mit denen er sein Lebensunterhalt verdiente", beschrieb Reis sein Verhältnis zu den Türken.
Er selbst tat allerdings auch einiges für diese Anerkennung. So sang er später beispielsweise bei der türkischen Nationalhymne vor den Spielen mit. "Ich habe der Hymne richtig entgegengefiebert", sagte Reis.
Auch dass er zum Todestag des früheren Staatspräsidenten Kemal Atatürk ein T-Shirt mit dessen Gesicht drauf trug, kam bei den Fans gut an. Nach seiner Entlassung wurde Reis am Flughafen von Samsunspor-Anhängern emotional verabschiedet. Kein Wunder also, dass er sich eine Rückkehr in die Türkei vorstellen kann.




























