Manuel Neuer hat den FC Bayern beim 2:1-Sieg im Champions-League-Kracher bei Real Madrid mit einer Weltklasse-Leistung zu einer guten Ausgangslage für das Rückspiel (15. April, 21:00 Uhr) in München geführt. Muss ein Neuer in dieser Form nicht zur WM, fragte sich so manch einer im Anschluss. Der "Man of the Match" wiegelte schnell ab.
Manuel Neuer hat Fragen nach einem möglichen DFB-Comeback und einer Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Sommer nach seinem Gala-Auftritt im Champions-League-Viertelfinale bei Real Madrid rigoros abgewehrt. "Wir brauchen das Thema überhaupt nicht aufzumachen", so der gegen die Königlichen bestens aufgelegte Schlussmann in den Katakomben des Estadio Bernabéu: "Ich habe meine Sachen dazu gesagt. Ich konzentriere mich auf den FC Bayern."
Der 40-Jährige hatte seinen FC Bayern gleich vor mehreren Gegentoren bewahrt, mehrfach parierte er gegen Real Madrids Stürmerstars Kylian Mbappé und Vinicius Júnior. Nur den Anschlusstreffer von Mbappé (74.), der eine heiße Schlussphase einläutete, konnte er nicht verhindern. Luis Díaz (41.) vor der Pause und Harry Kane (46.) nach dem Seitenwechsel hatten die Münchner zuvor in Führung gebracht.
Neuers Leistung war, ungeachtet seiner Aussagen, WM-reif, befand unterdessen auch sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Chris Kramer. Der Bayern-Kapitän sei nach wie vor "der beste Torwart der Welt", so der TV-Experte bei "Prime Video", der Neuer gerne im deutschen WM-Kader sehen würde: "Wenn ich mir jetzt die deutsche Mannschaft malen müsste ..."
Mehr dazu:
Matthäus pro Neuer-Comeback: "Aber ich weiß, dass das nicht passieren wird"
Auch sein Expertenkollege und Ex-Mitspieler Mats Hummels betonte: "Wie er gehalten hat heute, war perfekt, müssen wir nicht drüber reden. Weltklasse, 1 mit Sternchen. Die beiden Chancen gegen Mbappé, aber vor allem wie er gegen Vini Jr. verteidigt hat. Das ist ja genau, was wir gesagt haben: er ist schlau, er ist so schlau im Tor, unabhängig von den physischen Fähigkeiten weiß er einfach, was er wann machen muss, und das ist einfach das beeindruckendste an ihm."
Geht es nach Rekordnationalspieler Lothar Matthäus wird es zum vielfach geforderten DFB-Comeback von Manuel Neuer aber nicht kommen. "Ich würde tatsächlich gerne einen Manuel Neuer in dieser Form bei der WM sehen. Aber ich weiß auch, dass das nicht passieren wird. Julian Nagelsmann wird diese Tür nicht aufmachen. Und auch darum bleiben Manuels Rücktritts-Worte in Stein gemeißelt", so der 65-Jährige zu "Bild".
"Es war ein wichtiges Spiel für mich"
Neuer selbst lässt die ganze Diskussion scheinbar kalt. "Es war ein wichtiger Tag, ein wichtiges Spiel für mich", so der Schlussmann zu seinen Glanztaten. Bei "Prime Video" resümierte er: "Schade, dass es kein 2:0 geworden ist, aber man weiß ja, wie gefährlich Real Madrid ist. Es wird eine harte und schwere Aufgabe in München."
Wie lange der Bayern-Kapitän, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, noch weitermacht, bleibt derweil weiter offen. "Es macht Spaß mit den Spielern in der Mannschaft, mit dem Trainerteam, es ist alles möglich, deshalb bin ich trotz meiner 40 immer noch dabei", so Neuer.
Die zurückliegenden zwei Muskelverletzungen an der Wade hatten seine ursprüngliche Planung durchkreuzt. Er habe die Monate Februar und März eigentlich dazu nutzen wollen, um zu checken, auf welcher Höhe er sei. "Viele Faktoren spielen eine Rolle, auch wie es mir gesundheitlich geht", erklärte der Torwart, der weiter abwarten will: "Wir haben alle Zeit der Welt, der Verein und ich. Da sind wir entspannt."
Ein Sonderlob erhielt der Schlussmann unterdessen auch von Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen. "Wir hatten unseren X-Faktor, unseren Vierziger, unseren Torhüter von Weltklasseformat. Manuel, Du warst heute außerordentlich", sagte dieser auf der Bankett-Rede im Teamhotel.




















