Die beiden Rennabsagen in Bahrain und Saudi-Arabien waren so ziemlich das Beste, was Aston Martin passieren konnte. So blieben dem kriselnden Formel-1-Team zwei weitere Blamagen erspart. Ruhiger geht es im Umfeld des Team dadurch aber nicht zu.
Formel-1-Rennstall Aston Martin steckt wenige Wochen nach dem Saisonbeginn in einem dreifachen Dilemma.
Zum einen ist der sportliche Status quo ein Desaster. In drei Rennen brachte das Team nur ein einziges Mal ein Fahrzeug ins Ziel. In den drei Qualifyings gingen Fernando Alonso und Lance Stroll entweder gar nicht erst an den Start, oder aber sie scheiterten direkt in Q1.
Baustelle Nummer zwei ist der Honda-Motor und das Verhältnis zum japanischen Motorenhersteller. Das Aggregat ist noch lange nicht Formel-1-tauglich. Weil Aston Martin die Verantwortung dafür öffentlich Honda in die Schuhe schob, gilt die Beziehung zwischen den Partnern als belastet.
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Mitarbeiter zweifeln an Newey-Aussagen
Zu allem Überfluss soll es nun auch noch interne Spannungen geben. Das Fachportal "autonacion" verweist in diesem Zusammenhang auf Aussagen Adrian Neweys, die innerhalb es Teams kritisch gesehen werden.
Der Teamchef hatte beim Saisonauftakt in Melbourne erklärt, dass das von ihm entworfene Chassis des AMR26 das fünftbeste der Formel 1 ist. Anders ausgedrückt: Würde Honda einen konkurrenzfähigen Motor liefern, wäre Aston Martin nach Mercedes, McLaren, Ferrari und Red Bull mindestens "best of the rest".
Laut "autonacion" gibt es bei Aston Martin jedoch viele, die an der Aussage des Teamchefs zweifeln. Sie glauben, Neweys Chassis könnte gut und gerne auch nur das achtbeste auf dem Grid sein. Das wiederum wäre für den erfolgreichsten Ingenieur der Formel-1-Geschichte eine massive Niederlage. Die Frage, ob sich Newey an seinem Zeichenbrett diesmal verzockt hat, müsste in diesem Fall wohl mit Ja beantwortet werden. Auch mehrere Insider hatten in den letzten Tagen schon die Vermutung geäußert, dass das Chassis bei Weitem nicht so gut ist, wie es Newey herbeigeredet hat.
Unbestritten ist, dass der Brite die Fähigkeiten hat, seinen eigenen Fauxpas zu beheben. Das geht aber nur mit Zeit und der nötigen Ruhe - und davon gibt es in der Formel 1 bekanntlich nicht viel.






