Erst nach den Spielen am Freitag begann dieser Recap damit, wie unattraktiv Spiele im Saisonendspurt sein können, wenn es zehn Mannschaften gibt, die nichts anderes als ihre Lottery-Chancen im Blick haben. Der Samstag bot mit einem Duell zwischen Nikola Jokic und Victor Wembanyama dagegen ein Highlight der obersten Güte.
| Heim | Auswärts | Ergebnis |
| Miami Heat | Washington Wizards | 152:136 |
| Denver Nuggets | San Antonio Spurs | 136:134 OT |
| Philadelphia 76ers | Detroit Pistons | 93:116 |
Spiel der Nacht: Nuggets und Spurs liefern sich Spektakel
Wow! Das hatte etwa zwei Wochen vor dem Beginn der Playoffs bereits einen Postseason-Vibe. Die Rede ist vom 136:134-Overtime-Sieg der Denver Nuggets und den San Antonio Spurs. Es war ein Duell der beiden formstärksten Mannschaften, in dem es zwischen zwei der besten Basketballer der Welt mächtig zur Sache ging.
Kam San Antonio mit einer Siegesserie von elf Spielen in die Ball Arena, bauten die Gastgeber ihre Erfolgssträhne auf nunmehr neun Spiele aus. Aber dafür brauchte es einen 53-minütigen Kraftakt auf dem allerhöchsten Niveau. Denn die Spurs reisten nach Denver, um zu spielen:
Neben Victor Wembanyama, um den es hier nachher noch detaillierter gehen soll, kamen sechs Spurs auf eine zweistellige Punkteausbeute. Insbesondere Stephon Castle riss immer wieder Lücken in der Denver-Defense, die bereits in den ersten Halbzeit 72 Punkte zuließ.
Doch so lief es auch bei den Nuggets, die abgesehen von Nikola Jokic immerhin fünf Spieler mit mindestens zehn Zählern in ihren Reihen hatten. Die Hausherren liefen über weite Strecken einem Rückstand hinterher, der im zweiten Viertel bis zu 13 Punkte betrug.
Jedoch hatte der Titelanwärter aus der Mile High City immer wieder eine Antwort auf die Läufe der Spurs parat. So verkürzte Jokic den Rückstand zu Beginn des dritten Viertels etwa auf 74:77, nur damit die Spurs wiederum mit einem kleinen Run antworteten.
Bis zum Beginn der Overtime führten die Nuggets nur für 76 Sekunden in der Partie, waren dabei jedoch alles andere als hoffnungslos unterlegen. Ein 10:2-Zwischenspurt sorgte für das 116:115 für die Gastgeber bei noch 3:39 Minuten auf der Uhr. Natürlich wussten die Gäste jedoch auch auf diesen Zwischenspurt eine Antwort, um 1:39 Minuten vor der Schlusssirene eine goldene Gelegenheit auf den Sieg zu haben.
Nach Freiwürfen Wembanyamas stand es etwas mehr als 90 Sekunden vor dem Ende 122:116 für die Texaner. Ein And-One-Dreier von Cam Johnson machte jedoch postwendend ein One-Possession-Game aus dem West-Kracher. 6,2 Sekunden vor dem Ende setzten die Nuggets ein von Head Coach David Adelman aufgemaltes Play zur Perfektion um, womit Aaron Gordon frei stehend per Dunk zum 124:124-Ausgleich traf.
Der letzte Wurf von Wemby fand sein Ziel nicht, womit die Basketballwelt mit einem Zuschlag glücklich gemacht wurde. In der Verlängerung konnte sich keine Mannschaft vorentscheidend absetzen, allerdings waren es nun nicht mehr die Spurs, sondern die Nuggets, die ihrerseits das Momentum auf ihrer Seite wussten.
Fünf Jokic-Punkte brachte seine Mannschaft final über die Ziellinie.
MVP der Nacht: Nikola Jokic eine Klasse für sich
Eines der großen Highlights dieser Saison war insbesondere von den Superstars auf beiden Seiten geprägt. Das Beste daran: Jokic und Wembanyama standen sich über einige Strecken der Partie im direkten Duell gegenüber, was zu einem Zweikampf führte, den man in der Form selbst in der NBA wohl noch nicht gesehen haben dürfte.
Denn wie in den vergangenen Wochen konnte Wembanyama auch am Samstag in Denver seinen Stempel auf die Partie drücken. Der Big Man beschützte den Ring der Spurs mit seiner unvergleichlichen Länge, womit Jokic wie auch der Rest der Nuggets zu kämpfen hatte. Der Serbe wühlte sich gewissermaßen in die Partie und das Duell mit dem größten Spieler der Liga.
40 Punkte konnte der dreifache MVP am End erzielen und damit der immensen Gegenwehr am Korb sensationell trotzen. Hinzu kam, dass er 13 Assists spielte, ohne sich dabei einen Turnover zu leisten - eine Problemzone des Jokers seit seiner Knieverletzung in dieser Spielzeit.
Ein Triple-Double konnte der Nuggets-Big nicht verbuchen, war jedoch mit 8 Rebounds nah dran. Immer wieder suchte Jokic schon fast das direkte Matchup mit Wembanyama und konnte trotz einiger Blocks des voraussichtlichen Defensive Player of the Year am Ring, aus der Midrange und auch von der Dreierlinie scoren.
Wäre sein Abend nicht so phänomenal gewesen und hätte das Spiel einen anderen Ausgang gefunden, so wäre Wembanyama an dieser Stelle garantiert zum besten Spieler der Nacht erklärt worden. Denn wie schon angedeutet zeigte die Nummer 1 der Spurs, dass die Liga sich in Zukunft vor dem 22-Jährigen fürchten muss.
Der Franzose stand letztlich in 40 Minuten Einsatzzeit bei 34 Punkten, 18 Rebounds, 7 Assists (1 Turnover) sowie 5 Blocks. 17-mal zog er an die Freiwurflinie, wo er 16 Versuche im Korb unterbrachte.
Im Verlauf dieser Saison drängte sich mitunter eine Erzählung auf, dass die Gegner der Spurs Mittel gegen den Riesen gefunden hätten. Davon war am Samstag überhaupt nichts zu sehen. Egal, ob gegen große oder kleine Matchups, aus dem Drive nach Penetration seiner Mitspieler oder der selbst kreierten Offense: Wembanyama gab den Nuggets alle Hände voll zu tun.
Kuriosität der Nacht: "Wie laut könnt ihr sein?"
Es ist eigentlich ein Beweis, dass in Denver in der vergangenen Nacht Menschen zur Sache gingen und nicht doch Außerirdische. So sehenswert war die sportliche Klasse beider Mannschaften in Denver.
Andersherum könnte der Umstand, dass das zweite Viertel mit einem offensichtlichen Gegenstand auf dem Feld begann, wiederum das Gegenteil beweisen. Denn in der Viertelpause hatte die Animationsgruppe der Nuggets ein unübersehbares Schild mit der Aufschrift "Wie laut könnt ihr sein?" an der Mittellinie liegen lassen.
Absolut ungestört warfen die Nuggets jedoch an ihrer Baseline ein. Mehrere Akteure liefen am Schild vorbei, doch keiner der Spieler kümmerte sich um das Störobjekt. Erst nach einem getroffenen Dreier von Tim Hardaway Jr. unterbrachen die Unparteiischen das Spielgeschehen, um das Schild vom Feld zu räumen. Was zur Hölle?
Meilenstein der Nacht: Pistons sichern ersten Platz
Bei all dem Gesprächsstoff, den die Nuggets, die Spurs, Jokic und Wembanyama in ihrem Showdown boten, sollen die beiden anderen Spiele des Samstages nicht unter den Tisch fallen. Denn auch in Philadelphia und Miami gab es Geschichten zu erzählen.
Für die leidgeprüfte Motor City gab es durch einen 116:93-Auswärtssieg der Detroit Pistons bei den Philadelphia 76ers eine Genugtuung sondergleichen - ja beinahe eine historische!
Denn der Sieg bei den 76ers, die am zweiten Abend eines Back-to-Backs wieder einmal auf Joel Embiid verzichteten, sicherte dem konstantesten Ost-Team dieser Regular Season den Nummer-1-Seed in den Playoffs.
Es ist das erste Mal seit der Saison 2006/07 - also beinahe 20 Jahren -, dass die Pistons die Regular Season auf dem Platz an der Sonne beenden.
In der unveränderten Abwesenheit von Cade Cunningham (Lungenkollaps) machten Tobias Harris (19 Punkte) sowie Daniss Jenkins (16 Punkte, 14 Assists) den Unterschied.
Mit einer Bilanz von 57-21 und noch vier verbleibenden Spielen in der regulären Saison haben die Pistons die Chance, ihre Spielzeit mit 60 oder mehr Siegen zu beenden. Eine Errungenschaft, die es erst zweimal in der Franchise-Geschichte zu feiern gab.
Rookie der Nacht: Will Riley
Gemessen an der Bedeutung des Spiels war die Partie zwischen den Miami Heat und den Washington Wizards die bedeutungsärmste Partie des Spieltags. Nichtsdestotrotz gab es beim ersten Wiedersehen der beiden Mannschaften seit dem historischen 83-Punkte-Spiel von Bam Adebayo wieder einmal ein Offensivfeuerwerk zu sehen.
Am 152:136-Heimsieg der Heat im heimischen Kaseya Center beteiligte sich Wizards-Rookie Will Riley mit starken 31 Punkten. Damit stellte der 21. Pick des vergangenen Drafts ein neues Career-High in seiner Premierensaison in der Association auf.
Statline der Nacht: Ware mit Career-High
Mit dem Career-High in Punkten, welches Adebayo im vergangenen Heimspiel gegen die Wizards aufstellte, konnte Teamkollege Kel'el Ware sich nicht messen. Allerdings stach auch er gegen die Wizards mit einem neuen Karrierebestwert heraus. Gemeint sind nicht seine 24 Punkte oder seine 19 Rebounds, sondern überragende 7 Blocks!
| Minuten | 36 |
| Punkte | 24 |
| Field Goals | 10/15 |
| Dreier | 3/6 |
| Freiwürfe | 1/2 |
| Rebounds | 19 |
| Assists | 2 |
| Turnover | 1 |
| Steals | 0 |
| Blocks | 7 |
| +/- | +7 |
Damit übertraf er seinen bisherigen Bestwert von 6 Blocks aus der vergangenen Saison. Gemeinsam mit Teamkollege Jaime Jacquez Jr., der einen Saisonbestwert von 32 Punkten auflegte, zu einem wichtigen Pflichtsieg im Playoff-Rennen.
Miami steht mit einer Bilanz von 41-37 auf dem zehnten Platz der Eastern Conference. 2,5 Spiele hinter den Toronto Raptors auf Platz sechs. Auf die achtplatzierten Charlotte Hornets beträgt der Abstand nur ein Spiel.
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