Mit der Verpflichtung von Thomas Tuchel leistete sich der FC Bayern im Frühjahr 2023 eine folgenschwere Fehleinschätzung. Oliver Kahn war damals als Bayern-Boss federführend und rätselt noch immer, warum die Geschichte kein gutes Ende nahm.
"Man hat gedacht: Bei Thomas Tuchel passt alles, das ist die logische Lösung", erinnerte sich Kahn im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" zurück. "Aber am Ende geht es nicht nur um Profile, sondern auch darum, ob es menschlich passt. Und das ist nicht immer planbar."
Mitten in der Saison 2022/23 hatte der FC Bayern damals für einen gewaltigen Paukenschlag gesorgt. Julian Nagelsmann musste seinen Posten Ende März nach einer Niederlage in Leverkusen überraschend räumen. Kurz darauf wurde Tuchel als sein Nachfolger präsentiert.
Unter dem neuen Übungsleiter entschied der FC Bayern den engen Titelkampf mit Borussia Dortmund noch für sich. In der zweiten Saison folgte dann der große Absturz.
Vom ungeschlagenen Meister aus Leverkusen wurden die Münchner in der Bundesliga deklassiert, im DFB-Pokal setzte es das peinliche Aus gegen den 1. FC Saarbrücken.
FC Bayern zieht die Reißleine
Kahn erlebte diese Tiefpunkte schon nicht mehr aus seinem Chefsessel. Im Mai 2023 wurde er selbst aus dem Amt geschasst, die Amtszeit von Tuchel endete ein Jahr später.
Auf das Missverständnis auf der Trainerbank folgten an der Säbener Straße wieder bessere Tage. Unter Vincent Kompany nimmt der Rekordmeister aktuell wieder Anlauf auf den europäischen Thron.
Mit dem Belgier sei der Klub ein Stück weit in sein Glück gestolpert, meint Kahn.
"Beim FC Bayern sucht man ja oft den perfekten Trainer. Mit dem besten Profil und Hintergrund, einen, der in diesem Moment als ideal gilt", erklärte Kahn. "Dann kommt jemand, den kaum einer auf der Liste hatte! Und dann funktioniert das einfach. Vincent Kompany hat die Mannschaft im Griff und eine klare Vorstellung davon, wie er Fußball spielen möchte", lobte er den Tuchel-Nachfolger.




























