Beobachtungen der ehemaligen Biathletin Weronika Nowakowska zufolge sollten sich weitaus mehr Weltcup-Stars mit einem Karriereende befassen. Dass oftmals doch noch eine Saison drangehangen wird, habe wohl vor allem damit zu tun, dass die eigene Zukunft nicht wirklich geklärt ist, so die Polin.
"Ich sehe viele, die sich viel länger durchkämpfen, als sie vielleicht sollten", sagt Ex-Biathletin Weronika Nowakowska im Gespräch mit dem Weltverband IBU: "Denn sie haben Angst vor dem normalen Leben – Rechnungen, Miete, eigene Zeitplanung oder selbst Einkäufe. All diese Dinge sind dir während der Profikarriere eher fremd."
Die heute 39-Jährige hatte 2007 ihr Debüt im Biathlon-Weltcup gegeben. 2015 hatte sie bei der Weltmeisterschaft in Kontiolahti Silber im Sprint und Bronze in der Verfolgung gewonnen, im Weltcup gelangen ihr insgesamt drei Podestplatzierungen. Dreimal nahm Nowakowska zudem an Olympischen Winterspielen teil, ehe sie 2018 zurücktrat.
Sie selbst hatte anschließend sofort einen Plan für das "normale Leben" nach der aktiven Sportlerkarriere. "Nach meinen Erfolgen wollte ich mich irgendwann auch um andere Dinge in meinem Leben kümmern. Nicht nur um den Sport. Zusammen mit meiner Schwester habe ich ein Café eröffnet. Dadurch war klar, dass ich nach dem Karriereende eine Aufgabe habe", berichtet die Polin.
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Der jetzigen Biathlon-Generation empfiehlt sie, sich rechtzeitig auf das Leben nach der Sportler-Laufbahn vorzubereiten: "Je eher sie sich Gedanken über die Zeit nach dem Sport machen und auf sich Acht geben, umso besser." Sie lebe nun ihr "zweites Leben".
Athletin gewesen zu sein, mache zwar "einen Großteil unserer Persönlichkeit aus. Aber es sollte nicht das Einzige sein. Denn ansonsten läufst du Gefahr, dass du dich mit 30 oder so als Mensch in einer anderen Rolle neu finden musst".
In diesem Winter haben bereits zahlreiche Top-Biathletinnen und -Biathleten aus dem Weltcup verabschiedet, unter anderem Franziska Preuß, Dorothea Wierer, Paulina Bátovska-Fialková und Simon Eder.


