Die Biathlonsaison 2025/26 endete in Russland mit einem echten Personal-Beben. Der Verband verkündete via Pressemitteilung die Trennung von Männer-Coach Yuri Kaminsky - und zwar noch bevor dieser etwas davon wusste. Wenig später bestätigte auch er selbst sein Aus und trat nach.
Nach sechs Jahren ist die Ära von Yuri Kaminsky im russischen Biathlon-Team beendet. Der Verlauf der Trennung und die Aussagen des bisherigen Männer-Cheftrainers deuten darauf hin, dass beide Parteien nicht im Guten auseinandergehen.
Kaminsky wurde am vergangenen Wochenende zunächst nach den Gründen für sein Aus gefragt. Zu diesem Zeitpunkt wusste er aber noch gar nichts davon. "Woher haben Sie die Information, dass ich gehe?", fragte er die Journalisten, die ihn nach dem Saisonfinale auf die Pressemitteilung des Verbands (RBU) ansprachen. Dass es diese Mitteilung gab, war für den Trainer offenkundig neu.
Weiter sagte Kaminsky: "Lasst die RBU-Presseabteilung erklären, warum ich gehe. Sogar ich bin daran interessiert, das zu hören."
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Biathlon-Trainer will "keine dreckige Wäsche waschen"
Wenig später erklärte dann aber auch der Coach selbst, dass er den Verband nach sechs Jahren verlassen wird. Im "MatchTV"-Interview ließ er deutlich durchblicken, dass hinter den Kulissen einiges in die falsche Richtung lief.
Es gebe "viele Gründe" für sein Aus, sagte der 64-Jährige, der allerdings nicht näher auf diese eingehen wollte und vielsagend meinte: "Ich will keine dreckige Wäsche waschen."
Die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin Svetlana Ishmouratova zeigte sich als eine von wenigen öffentlich geschockt über das Aus des Trainers und kritisierte den Verband mit deutlichen Worten. "Es ist schade, dass solche Profis das Team verlassen. Wir wissen nicht wertzuschätzen, was wir haben. Und wenn wir es verlieren, fangen wir an zu weinen", sagte sie und bezeichnete Kaminsky als einen der "erfolgreichsten Trainer", die der russische Verband jemals hatte.
Bevor Kaminsky 2020 seinen Posten im Biathlon-Team antrat, war er über viele Jahre für die nationale Langlauf-Mannschaft zuständig. Mit dieser feierte er zahlreiche Erfolge, darunter den Olympiasieg von Nikita Kryukov. Wo es nun für ihn weitergeht, ist noch nicht klar. Russische Medien spekulieren allerdings schon über einen Wechsel ins belarussische Team.



