Als Teamchefs von Mercedes und Red Bull waren Toto Wolff und Christian Horner lange Intimfeinde in der Formel 1. Mit Blick auf eine mögliche F1-Rückkehr des Briten wird Wolff deutlich.
Seit Monaten gibt es Gerüchte um eine mögliche Rückkehr von dem langjährigen Red-Bull-Teamchef Christian Horner in die Formel 1. Zuletzt stand Aston Martin im Fokus, wo Teamchef Adrian Newey seinen eigenen Nachfolger sucht. Dort soll allerdings Jonathan Wheatley (zuvor bei Audi) der Favorit sein.
Horners ewiger Rivale Toto Wolff hat unterdessen Zweifel an einer Rückkehr des Briten geäußert und eine kleine Warnung hinterhergeschickt. Der Österreicher betonte, sein ehemaliger Konkurrent müsse möglicherweise mit den Konsequenzen rechnen, in diesem Sport "viel Unheil angerichtet" zu haben.
"Er hat schon einiges an Unheil angerichtet, und solche Dinge haben Auswirkungen auf unseren kleinen Kreis", erklärte Wolff der "Press Association". "Wenn man Dinge sagt und genau das hat er sein ganzes Leben lang getan, darin ist er ein Meister."
Horner kündigte Anfang des Jahres an, dass er noch offene Rechnungen in der Formel-1-Welt habe. Der Brite arbeitete fast 20 Jahre bei Red Bull und war an acht Fahrer- und sechs Konstrukteurs-Titeln beteiligt. 2025 trennte sich Red Bull von ihm. Zuvor hatte es Vorwürfe einer Mitarbeiterin gegen Horner gegeben.
Fehlen der Formel 1 "Persönlichkeiten"?
Er wisse nicht, was er von einer möglichen Rückkehr Horners halten soll, erklärte Wolff. "Dem Sport fehlen Persönlichkeiten. Und seine Persönlichkeit war eindeutig sehr umstritten, und das ist gut für den Sport."
Wolff weiter: "Ich habe Ferrari-Teamchef Fred Vasseur gesagt, dass es 'das Gute, das Schlechte und das Hässliche' braucht. Und jetzt sind nur noch das Gute und das Hässliche übrig. Das Schlechte ist weg."
Spannend sind die Spekulationen auch wegen folgender Konstellation: Mercedes und Wolff sollen einen Anteil von F1-Rennstall Alpine im Visier haben (24 Prozent). Das Team hatte erst im Januar bestätigt, dass auch Horner und eine Gruppe von Investoren am Anteilskauf interessiert seien. Will Wolff also Horner ausstechen?
"Dass wir uns diese Beteiligung ansehen, hat nichts mit Christian zu tun. Und die Vorstellung, dass zwischen Christian und mir eine Rivalität darüber herrscht, wer eine Beteiligung an Alpine erwirbt, ist reine Erfindung. Es wäre ziemlich traurig, wenn dies ein Kriterium dafür wäre, eine solche Investition zu tätigen oder nicht", wiegelte der Mercedes-Chef ab. "Wir betrachten die Sache aus verschiedenen Blickwinkeln und sind noch zu keinem Ergebnis gekommen. Wir wollen wissen, ob es Sinn macht."
Ziemlich beste Feinde
Beste Freunde werden die beiden aber wohl nicht mehr. "Würde ich ihn jemals als Verbündeten oder als jemanden betrachten, der meine Ziele teilt? Ich glaube nicht", so Wolff.
Der Teamleiter der Silberpfeile fand aber auch positive Worte über seinen ehemaligen Konkurrenten. "Ich weiß nicht, ob er seinen Weg zurückfindet und in welcher Funktion. Ich wünsche ihm jedenfalls nichts Böses. Und wir müssen einander Anerkennung zollen. Es gibt nicht viele Teamchefs, die das geschafft haben, was er geschafft hat."
Egal wie es ausgeht, "ob er nun in die Formel 1 zurückkehrt oder nicht, bin ich damit im Reinen", sagte Wolff.



