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Materialkrieg wie in der Formel 1?

Hannawald warnt: "So darf es nicht sein"

Sven Hannwald hat sich zur zurückliegenden Skispringersaison geäußert
Sven Hannwald hat sich zur zurückliegenden Skispringersaison geäußert
Foto: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler
01. April 2026, 06:59
sport.de
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Er war der erste Skispringer der Geschichte, der alle Springen der Vierschanzentournee gewinnen konnte, gewann mit dem deutschen Team Gold bei den Olympischen Winterspielen 2002 und krönte sich gleich zweimal zum Skiflug-Weltmeister: Sven Hannwald zählt zu den größten Ikonen des deutschen Skispringens. Nun hat der 51-Jährige auf die zurückliegende Saison geblickt - eine Warnung inbegriffen.

Sven Hannawald scheute sich nicht, nach dem Skandal um Anzugsmanipulation der Norweger bei der Nordischen Ski-WM 2025 seinem Unmut freien Lauf zu lassen. Kein Wunder also, dass die DSV-Legende die Regelverschärfungen im Winter 2025/26 begrüßt. Allerdings sieht Hannawald auch Verbesserungspotenzial.

"Diese Saison war wichtig. Diejenigen, die noch in der Birne im alten Denken waren, sind rausgeflogen. Es war gut für alle, dass Matthias Hafele als Materialkontrolleur das Reglement durchgezogen hat", führte Hannwald im "Sportschau"-Interview aus. Zwar gab es auch im kürzlich beendeten Winter einige Disqualifikationen, diese zeigen laut Hannawald allerdings nur, dass "die Zeiten sich geändert" hätten.

Letztlich müsse allerdings auch verhindert werden, dass es zu einem wahren Materialkrieg kommt, in dessen Folge nicht die besten Springer, sondern die besten Anzüge die Siege erringen.

Materialkrieg wie in der Formel 1?

"Es muss ein Zwischenspiel bleiben. In der Formel 1 gab es ja auch Zeiten, wo Du jeden Fahrer ins beste Auto setzen konntest, und der wurde dann Weltmeister", zieht Hannwald einen Vergleich zur Motorsport-Königsklasse und warnt: "So darf es nicht sein, sondern am Ende musst du ein Zwischenspiel zwischen Material und Mensch finden. Nur bestes Material darf nicht gewinnen."

Künftig müsse es dazu kommen, dass die Anzüge schon vor dem Sprung gemessen werden und "der Anzug und der Körper zur gleichen Zeit gemessen werden, um sehen zu können, ob der Anzug regelkonform ist", führt Hannwald aus.

Des Weiteren hat sich der zweimalige Sieger des Skiflug-Weltcups zu den Berichten geäußert, Andreas Mitter werde der neue Coach der deutschen Skispringer. 

"Das befürworte ich. Für Andreas Mitter spricht, dass er in Finnland selbst schon mal Cheftrainer war. Das ist zwar eine kleinere Nation. Trotzdem ist Skispringen dort auch sehr populär. Und bei Antti Aalto hat er gezeigt, dass er wirklich mit kleinsten finanziellen Möglichkeiten in die richtige Richtung gearbeitet hat. Für ihn spricht auch, dass er jetzt über viele Jahre als Co-Trainer viele Erfahrungen sammeln konnte. Er hat einen guten Zugang zu den Springern", lobt Hannawald.

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