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F1-Kolumne von Felix Görner

Verstappens Aussicht: Mercedes oder nix

Max Verstappen sucht nach Spaß in der Formel 1
Max Verstappen sucht nach Spaß in der Formel 1
Foto: © IMAGO/Artur Widak
30. März 2026, 10:17

Die Zukunft von Max Verstappen in der Formel 1 ist offener denn je. Felix Görner klärt in seiner sport.de-Kolumne über die Optionen des viermaligen Weltmeisters auf. Der RTL-Experte erwartet mit Blick auf Mercedes zudem ein erbittertes WM-Duell.

Die Formel 1 geht gezwungenermaßen in ihre "Kriegspause". Fahrer und Teams, die aktuell am Boden liegen, gibt diese Zwangspause Hoffnung auf einen zweiten Saisonstart. Gleich mehrere Teams treten aktuell auf der Stelle oder haben riesige Enttäuschungen zu verarbeiten. Ich denke da an Red Bull, McLaren oder Aston Martin.

Adrian Newey hakt bei Aston Martin die Saison nach nur drei Rennen ab. Es geht hier jetzt schon alles in Richtung 2027. Das ist, glaube ich, ein Weltrekord, wenn es um das Abhaken einer Saison geht und unterstreicht das grüne Desaster auf vier Rädern. Aston Martin kämpft als Team um seine Zukunft in der Formel 1, das ist schon höchst dramatisch.

Verstappens Optionen: Mercedes oder Aufhören

Der Nürburgring kann derweil als Grüne Hölle zum Himmel und damit Seelenbalsam für Max Verstappen werden. Der Niederländer wird, wie wir exklusiv wissen, am 11. April seinen nächsten Langstreckeneinsatz auf dem Nürburgring haben, dann wieder im Mercedes. Anschließend wird der 28-Jährige am 14. und 15. Mai bei unserem Klassiker, den 24 Stunden, antreten.

Felix Görner arbeitet seit vielen Jahren als Formel-1-Reporter für RTL, kennt die Königsklasse aus dem Effeff
Felix Görner arbeitet seit vielen Jahren als Formel-1-Reporter für RTL, kennt die Königsklasse aus dem Effeff

Verstappen sucht händeringend nach Spaß in seinem Berufsleben. Bereits nach den ersten drei Formel-1-Rennnen gären in seinem Kopf die beiden Optionen: Entweder nächstes Jahr Mercedes oder Aufhören. Letztgenannte Option hat viel damit zu tun, dass Verstappen diese moderne Formel 1 als Rennfahrer einfach nicht mag. Es ist ihm zu wenig Fahrereinfluss und zu viel Zufall bei den Rennen sowie Überholmanövern. Verstappen will kein Zufalls-Weltmeister und auch kein Zufalls-Rennfahrer sein.

Er will genauso wie Lando Norris bestimmen, was auf der Strecke passiert. Der Fahrer soll den Unterschied ausmachen. Auch aus Sicht von Norris bestimmt das Reglement aktuell die Rennen und steht über den Fahrern, diese Entwicklung lehnen die sogenannten Racer absolut ab. Die Formel 1 polarisiert im Moment extrem zwischen Fahrern, die damit einfach nicht warm werden und Piloten wie Kimi Antonelli oder George Russell, die in diesem Jahr bislang eine Mercedes-Weltmeisterschaft ausfahren.

Video: Danner über Mercedes: "Da gibt es kein Halten"

Russell könnte zum großen Verlierer werden

Toto Wolff hat mit Antonelli den Hamilton-Nachfolger gefunden. Antonelli ist der neue Hamilton, das haben die ersten drei Saisonrennen schon gezeigt. Russell könnte der große Verlierer des Jahres werden. Dass er sich derzeit gegen den jüngsten WM-Führenden aller Zeiten nicht durchsetzen kann, ist für ihn ein Nackenschlag und Leberhaken, weil er bereit und in seinem Kopf logisch auf den WM-Titel getrimmt war.

Es wird im weiteren Verlauf der Formel-1-Saison also ein erbittertes Duell werden und wir können gespannt sein, wann es den ersten Zwischenfall zwischen den beiden Mercedes-Piloten auf der Strecke geben wird. Antonelli und Russell werden sich auch mal in die Karre fahren. In diesem WM-Duell spielt der Rest der Formel 1 keine Rolle mehr. In 2026 heißt es: Silber gegen Silber.

Antonelli zeigt, dass Wolff goldrichtig lag, den jungen Italiener schon ab dem 11. Lebensjahr zu fördern. Eine goldrichtige Entscheidung für ein Greenhorn im Silberpfeil. Es ist Wolffs Meisterleistung, natürlich neben der Technik, dass er die moderne Formel 1 mit seinem Konzern auf die richtigen Füße gestellt hat. Dafür fährt er nun die Ernte ein. Mercedes jubelt.

Audi kann sich in der Formel 1 ebenfalls noch einmal auf einen Neustart konzentrieren, um vielleicht noch weitere WM-Punkte zu sammeln, was natürlich das große Ziel von Nico Hülkenberg ist.

Ausstiegsklausel als Verstappens Faustpfand

Das große Thema bleibt Verstappen und die Aussicht: Mercedes oder nix. Nix wäre dann auch das Aus von ihm bei Red Bull.

Wir wissen aus guter Quelle: Im Moment könnte Verstappen sofort wechseln, er brächte noch nicht einmal mehr jemanden anzurufen, sondern könnte per E-Mail auf seinen Vertrag verweisen und sagen: 'Tschüss, hasta la vista, ich bin durch die Tür.' Das ist die große Freiheit, die ihm sein Vertrag mit der Ausstiegsklausel bietet und die wird er am Saisonende auch immer als Faustpfand mitnehmen. Für einen Verstappen ist auch bei Mercedes immer ein Platz frei. Dafür sind die Bände zwischen Max und Jos Verstappen sowie Wolff zu eng, siehe seinen Mercedes-Einsatz beim 24h-Rennen.

Bei Red Bull erleben wir den Absturz eines Weltmeisterteams. Nach dem Abgang von vielen klugen Köpfen wie Helmut Marko bricht das Team allmählich in sich zusammen. Man verabschiedet sich von der Topspitze und dümpelt im grauen Mittelfeld herum. Die Blauen im grauen Mittelfeld ist für Red Bull keine Alternative. Red Bull investiert so viel Geld, dass sie an der Spitze fahren wollen.

Hier wird in der fünfwöchigen Zwangspause ebenfalls Tacheles geredet, auch mit Teamchef Laurent Mekies, um diese Saison noch einigermaßen in die richtige Richtung zu lenken. Der Abstand auf die anderen Teams ist eigentlich nicht mehr aufzuholen.

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ItalienKimi AntonelliMercedes AMG F1 Team72
2GroßbritannienGeorge RussellMercedes AMG F1 Team63
3MonacoCharles LeclercFerrari49
4GroßbritannienLewis HamiltonFerrari41
5GroßbritannienLando NorrisMcLaren25

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