Schrecksekunde für Skisprung-Dominator Domen Prevc. Im Probedurchgang in Planica verliert der Slowene kurzzeitig die Kontrolle und stürzt beinahe. Hinterher spricht er offen über diese schwierige Situation.
Das ging gerade noch gut. Sloweniens Topstar Domen Prevc, Einzel-Sieger am Freitag, hat im Probedurchgang beim Skifliegen in Planica einen Schreck-Moment erlebt, als er bei heftigem Wind nur knapp einem schweren Sturz entging. Bei starkem Aufwind geriet der 26-Jährige kurz nach dem Absprung ins Taumeln, landete nur mit viel Glück und Können heil bei 80 m. Sein an gleicher Stelle erzielter Weltrekord aus dem Vorjahr steht bei 254,5 m.
Auch im Wettkampf hatte Prevc in beiden Durchgängen große Probleme und flog ungewohnt unruhig. Auch deshalb reichte es für die Slowenen nur zu Rang fünf.
Hinterher sprach er offen darüber, wie ihn die Szene belastet. "Ich habe heute wohl 1,5 Kilogramm abgenommen. Mein Herz raste ununterbrochen. Natürlich war es stressig. Ich sah schon, dass ich gleich umfallen würde. Zum Glück hatte ich noch genug Zeit, den Ski hochzuziehen und auf beiden Beinen zu bleiben", sagte er weiter.
Seine Reaktion sei reiner "Instinkt" gewesen, erklärte er. "Alles geschieht instinktiv, man löst das Problem und versucht, das Beste daraus zu machen."
Prevc ist "emotional am Limit"
Die viele Arbeit im Windkanal habe sich in diesem Moment ausgezahlt. "Heute hat das Unterbewusstsein seine Arbeit getan. Diese Stunden im Windkanal haben sich heute ausgezahlt. Mein Puls raste vom ersten Sprung an", so Prevc. "Ich wünschte, ich wüsste jetzt schon, wie ich das bis morgen wieder hinkriege."
Am Sonntag (10.00 Uhr/Live-Ticker) beschließt das Finale der besten 30 Springer die lange Olympia-Saison.
Wie er am Sonntag wieder seine gewohnte Weltklasse erreicht, blieb vorerst eine offene Frage. "Ich wünschte, ich hätte jetzt eine einfache Antwort, wie ich das bis morgen schaffen kann. Ich gebe zu, dass ich keine habe", sagte der Skisprung-Star. "Ich wäge verschiedene Dinge ab, versuche, eine Lösung zu finden, aber ich bin emotional am Limit. Und selbst wenn der Druck nicht gleichmäßig verteilt ist und ich mich weiterhin selbst antreiben muss, ist es immer noch ein Mannschaftssport, und da muss man mit vollem Einsatz spielen. Es ist kein Einzelsport."
