Deutschlands Radsport-Ass Florian Lipowitz setzt bei der Katalonien-Rundfahrt ein Ausrufezeichen: Auf der Königsetappe lässt er seinen teaminternen Nebenbuhler um die Rolle des Leitwolfs stehen. Ganz vorne ist aber der wohl einzige Radprofi, der Dominator Tadej Pogacar im Sommer bei der Tour de France halbwegs gefährlich werden könnte.
Florian Lipowitz hat sich bei der Katalonien-Rundfahrt in Schlagdistanz zum Podest vorgearbeitet und Red-Bull-Kollege Remco Evenepoel einen ersten Stich versetzt. Auf der 5. Etappe belegte der Vorjahresdritte der Tour de France den vierten Platz, den er nun auch im Gesamt-Tableau inne hat.
Den Sieg sicherte sich der dänische Favorit Jonas Vingegaard, der nach 153 Kilometern bei der Bergankunft in La Molina überlegen gewann und im Ziel 1:01 Minute Vorsprung auf Lipowitz hatte.
Lipowitz präsentierte sich dennoch in guter Frühform - und angriffslustig. Am 14 Kilometer langen Schlussanstieg hatte der 25-Jährige aus der Favoritengruppe heraus attackiert, hängte dabei unter anderem seinen Red-Bull-Teamkollegen Evenepoel ab.
Vingegeaards Antritt hatte Lipowitz dann aber nichts entgegenzusetzen. Der zweimalige Tour-Champion aus Dänemark gilt als einziger Mann, der Dominator Tadej Pogacar im Sommer bei der großen Schleife durch Frankreich gefährlich werden könnte.
Lipowitz soll mit Evenepoel Red-Bull-Doppelspitze bilden
Red-Bull-Starzugang Evenepoel kassierte indes im ersten echten teaminternen Duell mit Lipowitz die erste Niederlage. Der Deutsche wirkte beim schweren Anstieg deutlich stärker als der Belgier.
Die Katalonien-Rundfahrt ist das erste Rennen, das Lipowitz und Doppel-Olympiasieger Evenepoel gemeinsam bestreiten. Sie sollen bei der Tour de France im Sommer als Co-Kapitäne eine Doppelspitze bei Red Bull - Bora - hansgrohe bilden, um Topfavorit Tadej Pogacar - so die Hoffnung und das Kalkül - unter Druck zu setzen.
In der Gesamtwertung fehlen Lipowitz nur vier Sekunden auf den drittplatzierten Franzosen Lenny Martinez. Vingegaard führt mit 57 Sekunden Vorsprung auf Felix Gall (Österreich). Bisher ist es noch keinem deutschen Radprofi gelungen, die Volta Ciclista a Catalunya auf dem Podest zu beenden.
Die sechste Etappe am Samstag ist mit dem steilen Coll de Pradell (1733 m/höchste Kategorie) und der Bergankunft in Queralt erneut anspruchsvoll. Die 105. Auflage der erstmals 1911 ausgetragenen Rundfahrt endet am Sonntag mit einer Etappe in Barcelona, die im Finale auf einem Rundkurs siebenmal über den Montjuic führt. Der Hügel in der katalonischen Metropole steht auch bei der Tour de France im Juli auf dem Programm.








