Die Biathlon-Saison 2025/2026 ist Geschichte - auch die DSV-Stars können Gewehr und Skier nun zur Seite legen und die vergangenen Monate Revue passieren lassen. Selina Grotian hat dies nun getan und dabei entwaffnend ehrlich über ihre Enttäuschungen gesprochen.
Der Biathlon-Winter war für Selina Grotian nicht einfach. Im Dezember verpasste die 22-Jährige die Weltcup-Stationen in Hochfilzen und Annecy krankheitsbedingt, erst nach dem Jahreswechsel kehrte sie zurück.
In Ruhpolding erfüllte die fünfmalige Junioren-Weltmeisterin dann zwar die zweite Teil-Norm für Olympia 2026, doch bei den Winterspielen lief es in der Folge ebenfalls nicht nach Plan: Grotian belegte in Antholz nur die Plätze 55 (Einzel), 52 (Sprint) und 41 (Verfolgung).
Kein Wunder, dass das Saisonfazit der deutschen Hoffnungsträgerin gelinde gesagt wechselhaft ausfällt.
Deutsche Biathlon-Hoffnung gesteht Tränen
"Das Jahr war tatsächlich von viel Zweifel geprägt und es sind auch ein paar Tränen geflossen", gestand Grotian, die den Winter auf der 35. Position des Biathlon-Gesamtweltcups beendet hatte, in einem längeren Beitrag bei Instagram, dem auch emotionale Bilder und Videos beigefügt waren.
Die Skijägerin ging chronologisch vor: "Nach einem kleinen Tief im Sommer konnte ich im Oktober zurück zu meiner Leistung finden. Schritt für Schritt Richtung Winter war ich in aufstrebender Form. Dann der missglückte Saisonauftakt in Östersund mit der Krankheit, die mich letztendlich doch sehr lang ausgeknockt hat."
Danach sei "die Angst, wieder zu früh anzufangen, sehr groß" gewesen. "Und wenn man in der Saison Wochen an Training verliert und die Wettkampfhärte fehlt, ist es richtig schwer, wieder in den Flow zu kommen."
"Die Enttäuschung nach Olympia war sehr groß"
Zwar zeigte sich Grotian "sehr stolz, dass ich es nach der langen Pause doch noch geschafft habe, die Olympianorm zu knacken und meinen Kindheitstraum Olympia zu erfüllen", allerdings habe sie auch dort "nicht die erwünschte Leistung abrufen" können.
Grotian glaubt zu wissen, woran es gehapert hat. "Meine Trainingsleistung am Schießstand war richtig gut, doch leider wollte es im Wettkampf einfach nicht klappen. Auch auf der Loipe hat mir dieses Jahr der Punch gefehlt und die Höhenluft hat mir und meinem Körper etwas mehr zu schaffen gemacht als die letzten Jahre. Die Enttäuschung nach meinen Rennen bei Olympia war sehr groß", so die 22-Jährige.

