Umdenken bei Schwergewichts-König Oleksandr Usyk? Erst ignoriert der Ukrainer seinen Pflichtherausforderer Agit Kabayel eiskalt, jetzt spricht er doch über einen Kampf gegen den Deutschen - und lobt Kabayel in den höchsten Tönen.
Schwergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk hat erstmals selbst ein Duell mit Deutschlands Box-Star Agit Kabayel angedeutet.
"Vielleicht werde ich gegen Kabayel kämpfen - vielleicht werde ich nicht ein drittes Mal auf Tyson Fury treffen und stattdessen gegen Kabayel kämpfen", sagte Usyk der "Daily Mail".
Hintergrund: Usyk hatte kürzlich in einem Gespräch mit "The Ring" drei Gegner aufgezählt, gegen die er noch boxen wolle, ehe seine Karriere enden soll: Kickbox-Legende Rico Verhoeven, auf den Usyk am 23. Mai in einem absurden Spektakel an den Pyramiden von Gizeh trifft; den Sieger des WBO-WM-Kampfes der Engländer Fabio Wardley und Daniel Dubois am 9. Mai; und seinen "Freund" Tyson Fury, den "gierigen Bauch".
Den Namen Kabayel nannte Usyk nicht - obwohl der Weltverband WBC den 39-jährigen Champion unlängst aufgefordert hat, den grün-goldenen Gürtel nach dem Verhoeven-Kampf gegen den Interims-Weltmeister aus Wattenscheid zu verteidigen.
Usyk: "Kabayel ist ein großartiger Kämpfer"
Kabayel reagierte im exklusiven Interview mit sport.de verärgert auf Usyks Aussagen. "Ich habe Usyk immer sehr respektiert für seine sportliche Leistung und gesagt: 'Hey, der scheut keine Herausforderung und ist ein Mann seines Wortes.' Es geht ihm aber nur ums Geld, alles andere ist für ihn uninteressant. Das habe ich jetzt nochmal extrem gemerkt", kritisierte der 33-Jährige. "Wie kann er die Nummer 1 der Rangliste, seinen Pflichtherausforderer, nicht nennen? Es ist einfach traurig, dass er lieber ein drittes Mal gegen Dubois oder Fury kämpfen will, obwohl er beide schon zweimal besiegt hat.
Laut Usyk ist sein Drei-Kämpfe-Plan allerdings "nicht in Stein gemeißelt". Zugleich gab der 39-Jährige zu verstehen, sich von Weltverbänden nicht unter Druck setzen zu lassen und nach seinem Gusto zu entscheiden, gegen wen er kämpft. "Gott hat seinen Plan für mich. Ich verstehe, dass Agits Fans sagen: 'Du muss gegen ihn kämpfen, du musst gegen ihn kämpfen!' Aber ich muss nicht gegen ihn kämpfen."
Er müsse sich "in meinem Leben um mein Team, meine Kinder kümmern. Was das Kämpfen angeht, arbeite ich einfach hart, so wie meine Gegner auch. Vielleicht ist es möglich, dass ich gegen Agit kämpfe. Alles was ich sagen kann, ist, dass er ein großartiger Kämpfer und sehr schlau ist."
Macht Fury gegen Joshua die Tür auf für Kabayel?
Für Kabayel könnte sich Ende des Jahres tatsächlich eine Tür zur lang ersehnten WM-Chance gegen Usyk öffnen. Denn: Dessen Wunschgegner Fury hat womöglich andere Pläne als eine Trilogie mit Usyk.
Der "Gypsy King" feiert am 11. April in London gegen das einstige Kabayel-Opfer Arslanbek Makhmudov sein Ring-Comeback. Fury hat bereits sein Interesse an einem WBO-WM-Kampf gegen den Sieger aus Dubois vs. Wardley signalisiert, um ein drittes Mal in seiner Karriere zu Weltmeister-Ehre zu kommen. Zudem ließe sich so wunderbar der ganz große britische Blockbuster gegen Anthony Joshua einläuten.
Joshua trainierte in der vergangenen Woche mit seinem einstigen Rivalen Usyk zusammen, besuchte den Weltmeister sogar in Kiew. Zuletzt hatten Berichte die Runde gemacht, Fury und Joshua hätten sich für Ende des Jahres auf ein Duell geeinigt. AJ-Promoter Eddie Hearn dementierte zwar, Fury betonte bei "Sky Sports" aber einmal mehr: "Es ist immer noch der größte Fight, den es gibt."

