Am vergangenen Donnerstag stürzte Skispringer Andrea Campregher bei einem Testsprung vor dem Skifliegen im norwegischen Vikersund schwer, schien aber zunächst eine Menge Glück im Unglück gehabt zu haben. Inzwischen teilte der Italiener eine deutlich heftigere Diagnose mit.
"Ich habe einen Wirbelbruch und Schäden an den darüber- und darunterliegenden Wirbelfragmenten. Bei der Operation am Samstag wurden zwei Platten eingesetzt und mit sechs Schrauben befestigt. Mir geht es gut, ich kann jetzt sogar schon laufen. Ich darf meine Wirbelsäule sechs bis acht Monate lang nicht belasten, bis die Ärzte all das entfernt haben", sagte Campregher gegenüber "skijumping.pl".
Zunächst hatte der 24-Jährige mitgeteilt, er habe sich lediglich eine Rippe gebrochen - eine Aussage, die offenbar auf einem Übersetzungsfehler basierte.
Was war passiert? Campregher hatte bei seinem Testsprung in Vikersund direkt nach dem Absprung die Kontrolle verloren und drehte sich in der Luft um seine eigene Körperachse.
Nach einem heftigen Aufprall rutschte er bis in den Auslaufbereich, wo er zunächst regungslos liegen blieb. Bereits bei seinem ersten Testsprung hatte der Italiener nur mit großer Mühe die Kontrolle halten können.
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"Ich habe ein elastisches Band in meinem Anzug angebracht, um sicherzugehen, dass ich die Schrittlängenkontrolle im Anzug bestehe. Nach dem ersten Sprung verlor der Anzug an Spannung. Das Band erwies sich als zu weich und zu lang. Ich hätte mich zurückziehen sollen, aber ich entschied mich, noch einen Sprung zu versuchen", erklärte Campregher, wie es aus seiner Sicht zu dem schlimmen Sturz kam.
Er zeige sich überrascht, dass er als Probespringer ebenfalls zur Materialkontrolle musste. FIS-Kontrolleur Mathias Hafele verwies in einem Statement gegenüber "skijumping.pl" auf ein "seit vielen Jahren etabliertes und wichtiges Verfahren", das dazu führe, dass die Testsprünge "professionell und fair" ablaufen.
"Ohne solche Kontrollen könnten beliebige Anzüge verwendet werden, was gefährlich wäre und die Jury daran hindern würde, Schlussfolgerungen aus den Sprüngen zu ziehen. Dies ist einer der Gründe, warum die Jury solche Kontrollen verlangt", erklärte Hafele.

