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"Es sieht schon brutal aus"

Biathlon-Experte legt den Finger in die Wunde

Bester Deutscher im Biathlon-Weltcup: Philipp Nawrath wurde Neunter
Bester Deutscher im Biathlon-Weltcup: Philipp Nawrath wurde Neunter
Foto: © IMAGO/Ints Kalnins
24. März 2026, 07:07
sport.de
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Die deutsche Biathlon-Mannschaft beendete die abgelaufene Saison ohne einen einzigen Sieg. TV-Experte Michael Rösch will nichts von einer "Weltuntergangsstimmung" wissen, sieht die Top-Nationen Frankreich, Norwegen und Schweden dennoch enteilt.

Auf einen Sieg warteten die deutschen Biathlon-Fans in diesem Winter vergebens - ein Novum, seitdem Männer und Frauen seit 1987/1988 gemeinsam im Weltcup antreten.

"Fakt ist: Es gab 30 Rennen in Einzel-Disziplinen, in denen mindestens eine DSV-Athletin oder -Athlet aufs Podium hätte kommen können. Oder auch das Damen-Einzel bei den Olympischen Spielen: Vanessa Voigt mit einer schnelleren Schießzeit, Janina Hettich-Walz mit einem Fehler weniger, Franziska Preuß mit zwei Fehlern weniger - und es hätte anders ausgesehen. Ähnlich sieht es bei den Männern aus. Das zieht sich durch die Rennen, es gibt viele Beispiele aus diesem Winter", analysierte Rösch im Interview mit "Eurosport".

Der Staffel-Olympiasieger von 2006 führte aus: "Deshalb würde ich mich der pauschalen Aussage nicht anschließen, dass Weltuntergangsstimmung herrscht im deutschen Biathlon. Faktisch ist es natürlich die schlechteste Weltcupbilanz, aber man muss und kann an einigen Stellschrauben drehen. Das Potenzial ist generell da - bislang allerdings eher physisch als tatsächlich auf dem Papier."

Biathlon-Experte: "Du musst knallhart arbeiten"

In insgesamt 69 Weltcup-Rennen gab es für den Deutschen Skiverband nur neun Podestplätze. Zum Vergleich: Das dominierende französische Biathlon-Team stand in diesem Winter 65-Mal auf dem Treppchen und feierte allein 22 Siege. Neben Frankreich mischten Norwegen und Schweden immer wieder ganz vorne mit.

"Es sieht schon brutal aus. Wenn man die einzelnen Rennen und den Gesamtweltcup betrachtet, liegt man von den Punkten her weit zurück. Du kannst eine Kurve ziehen - und die geht nach unten", meinte Rösch über den Status quo des deutschen Biathlons im Vergleich zur internationalen Konkurrenz.

"Nach dieser Saison, in der das Potenzial ja vorhanden war, aufs Podium zu laufen, musst du knallhart arbeiten. Das machen die Athleten natürlich, aber es gilt dafür zu sorgen, dieses Podest-Potenzial mehr auszuschöpfen", forderte der 42-Jährige.

Das sei "schwierig und komplex, da gehören viele Puzzleteile dazu. Da spielt auch das Trainerkarussell und die Grundauslegung des neuen Sportdirektors Bernd Eisenbichler, wo es in Zukunft hingehen soll, eine Rolle", erklärte Rösch.

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