Selina Freitag knackt am Sonntag beim Skifliegen im norwegischen Vikersund den deutschen Rekord gleich zweimal - der weiteste Satz geht am Ende aber nicht in die Wertung ein. Die Wettkampfrichter entschieden auf Abbruch.
Das Skifliegen der Frauen in Vikersund ist wegen zu starken Windes mitten im zweiten Durchgang abgebrochen worden. Zunächst hatten die Offiziellen eine Pause verordnet, sich dann aber aufgrund der Böen am "Monsterbakken" für ein Ende des Wettkampfes entschieden.
"Ich unterstütze die Entscheidung", wird FIS-Skisprung-Renndirektor Sandro Pertile anschließend zitiert: "Es wurde mit der Zeit immer schwieriger und wir wollen keine zusätzlichen Risiken einnehmen. Wir hatten einen tollen ersten Durchgang und in Planica am nächsten Wochenende einen weiteren Wettkampf."
Gewertet wurde das Ergebnis nach dem ersten Durchgang, wodurch die Norwegerin Eirin Maria Kvandal vor Nika Prevc aus Slowenien und der Norwegerin Anna Odine Stroem gewann. Schon am Samstag hatte Kvandal ganz oben auf dem Podium gestanden.
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Skifliegen: Rekordflug gestrichen, aber ein Rekord bleibt
Bitter: Ein fulminanter Flug von Selina Freitag im zweiten Durchgang zur neuen deutschen Rekordweite von 227,5 Metern zählt somit nicht. Sie landete als beste Deutsche nun auf Rang zehn. Ihr Flug auf 216 Meter im Durchgang eins bedeutet letztlich dennoch eine neue persönliche Bestmarke und einen neuen deutschen Rekord. Zuvor lag der Rekord bei 213,5 Metern, aufgestellt von Agnes Reisch.
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Auch wenn ihr zweiter Flug nicht zählte, war Freitag glücklich. "Heute hat es wirklich richtig, richtig Spaß gemacht", sagte die 24-Jährige im "ZDF": "Ich war einfach bereit. Ich habe einfach durchgezogen. Es war mega, mega cool."
Die zweifache Weltmeisterin von 2023 ergänzte: "Ich freue mich riesig, dass ich das so durchziehen konnte auch vom Kopf her. Das gute Gefühl bleibt auf jeden Fall erstmal."
Auch für Juliane Seyfarth und Katharina Schmid lief es in Vikersund: Seyfarth bejubelte nach 202,5 Metern einen neuen persönlichen Rekord und wurde Elfte, Schmid knackte mit 204 Metern noch die magische 200er-Marke und landete auf Rang 17. "Endlich, endlich", jubelte die Oberstdorferin nach ihrem Flug auf 204 Meter ausgelassen, "vier Jahre" habe sie auf die magische Marke gewartet. Zuvor stand die Bestmarke der siebenmaligen Weltmeisterin bei 198,5 aufgestellt im Jahr 2023.
Agnes Reisch wurde nach 195 Metern am Sonntag 16., am Vortag war sie noch beste Deutsche gewesen. Ihr fehlten am Ende nur 0,6 Punkte für einen Platz unter den besten 15.
Am kommenden Wochenende findet zum Abschluss der Weltcup-Saison erneut ein Skifliegen statt, dann im slowenischen Planica. Skifliegen zählt erst seit 2024 zum Weltcup-Programm der Athletinnen.


