Nach einer insgesamt enttäuschenden Saison zeigte die Formkurve bei Norwegens Biathlon-Superstar Ingrid Landmark Tandrevold auf der Zielgeraden des Winters zuletzt zumindest ein wenig nach oben. Dennoch hadert sie mit dem Verlauf der letzten Monate.
"Es kann herausfordernd sein, ganz besonders, wenn man wenig Selbstvertrauen hat, und das hatte ich. Mein Selbstwertgefühl beim Schießen war gering. Ständig wird einem bestätigt, wie schlecht es ist. Das ist hart", blickte Ingrid Landmark Tandrevold im Gespräch mit "Verdens Gang" zurück.
Besonders am Schießstand hatte die Gesamtweltcupdritte von 2023/24 immer wieder Schwächen gezeigt, im Gesamtklassement liegt sie daher nur auf Rang 29.
Immerhin konnte sich Tandrevold auch in persönlich schweren Zeiten stets auf ihr Umfeld verlassen. "Ich habe das Gefühl, dass diejenigen, die etwas weiter außen stehen, mehr auf die nackten Ergebnisse achten als die, die nah dran sind. Niemand im Team oder im Betreuerstab mag mich weniger, wenn es schlecht läuft. Ich spüre viel Unterstützung von den Menschen, die ich kenne und liebe", hob die 29-Jährige hervor.
Beim jüngsten Weltcup in Otepää (Estland) war Tandrevold zunächst im Sprint als 13. ins Ziel gekommen, im Verfolger schob sie sich dann dank einer starken Laufleistung auf den elften Rang - trotz ihrer fünf Fehlschüsse am Schießstand. Am Donnerstag wurde sie im Sprint von Oslo Fünfte - Tandrevolds beste Einzelplatzierung in diesem Winter.
Und doch überwiegt die Unzufriedenheit bei der Norwegerin, die gestand: "Es kann ein unglaublich frustrierender Sport sein, wenn man das Gefühl hat, ganz nah dran zu sein, aber doch noch weit entfernt ist."
"Ich habe noch mehr Biathlon in mir"
Zugleich ließ Tandrevold keine Zweifel an ihrer grundsätzlichen Motivation aufkommen. Die Skijägerin will aus den Rückschlägen der vergangenen Monate lernen.
"Es geht vor allem um meinen Glauben an meine eigenen Fähigkeiten. Ich hoffe, die Erfahrungen dieser Saison für mich nutzen zu können. Ich habe noch mehr Biathlon in mir", kündigte sie rund um das Weltcup-Finale in Oslo trotzig an.

