Das Weltcup-Finale im Biathlon am Holmenkollen muss David Zobel vor dem TV verfolgen, der 29-Jährige wurde vom DSV nicht für den deutschen Kader nominiert. Seine Enttäuschung über die Ausbootung ist riesig.
Obwohl David Zobel in der in Kürze endenden Weltcup-Saison immerhin 189 Punkte gesammelt hat und damit viertbester Deutscher ist, wurde der erfahrene Skijäger nicht ins achtköpfige DSV-Team für das Finale in Oslo berufen.
"Die Entscheidung ist ziemlich hart. Ich bin sehr enttäuscht. Aber das ist Sport", kommentierte Zobel den Entschluss des Trainerteams.
Am vergangenen Wochenende hatte ein Beitrag des gebürtigen Starnbergers in den sozialen Medien noch den Eindruck erweckt, er habe seine Teilnahme freiwillig abgesagt, doch das war offenkundig ein Missverständnis. "Ich wäre gerne in Oslo gelaufen", gestand Zobel nun.
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Der 29-Jährige ist überzeugt, dass ihn die Olympischen Winterspiele im Nachhinein aus der Bahn geworfen haben.
"Olympia war eine unglaubliche Erfahrung", stellte er klar, aber: "Es war unglaublich fordernd. Der Druck mit der Staffel, eine Medaille zu holen, war immens. Ich war mental und körperlich platt. Ich hatte einen hohen Ruhepuls und habe mich nicht schnell genug erholt."
"Ich ärgere mich und verstehe es einfach nicht"
Was für Zobel spricht: Der Murnauer sucht die Schuld nicht woanders, sondern nur bei sich.
"Ich habe mit Olympia mein Ziel erreicht, wofür ich lange Zeit trainiert habe. Dann nicht mehr ranzukommen, ist sehr ernüchternd. Ich ärgere mich und verstehe es einfach nicht", haderte er mit seinen zuletzt schwächeren Darbietungen, speziell im finnischen Otepää, wo er nach einer desolaten Laufleistung nur auf Rang 60 landete.
Zobel ehrlich: "Solch ein Ergebnis habe ich noch nie erlebt. Da bin ich körperlich blaugegangen. Mein Puls war am Limit, aber alle sind an mir vorbeigelaufen. Das macht keinen Spaß."
Und doch hat der deutsche Biathlet seine Zuversicht nicht komplett verloren. Mit Blick auf den kommenden Winter sagte er: "Nächstes Jahr greife ich wieder an."


