Max Verstappen erlebt einen schwierigen Start in die neue Formel-1-Saison. Sportlich hinkt Red Bull den Top-Teams Mercedes und Ferrari hinterher, zudem missfallen dem Niederländer die neuen Regeln und Autos. Ralf Schumacher schickt dem Ex-Champion einen deutlichen Rat.
In den vergangenen Wochen wirkte es so, als habe Max Verstappen die Freude an der Formel 1 verloren. Offen kokettiert er mit einem Abschied und schießt scharf gegen die F1 und ihre neuen Regeln. Tenor: Das macht keinen Spaß!
Der frühere Rennfahrer Ralf Schumacher sieht darin keine gute Taktik. Der 50-Jährige rät dem viermaligen Weltmeister deutlich zu mehr Contenance.
Was ihm seiner Meinung nach bei Verstappen fehlt: "Wenn jemand so erfolgreich ist wie Max Verstappen, gibt es wenige Leute, die ihm widersprechen. Er wäre jetzt einfach ganz gut beraten, entweder auf einen Fahrer oder auf irgendeinen guten Freund zu hören und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren", sagte der TV-Experte im "Sky"-Podcast "Backstage Boxengasse".
Die ständige und laute Kritik mache die Situation nicht besser, betont Schumacher. "Ich glaube, es hilft ihm nicht, über Mario Kart zu sprechen. Das kann er mit seinen Kumpels machen. Ich glaube, es hilft auch nicht, im Fernsehen zu sagen: 'Ich bin froh, dass ich auf dem Nürburgring und bei Le Mans fahren kann, weil das macht mir Spaß und die Formel 1 macht mir keinen Spaß'." Dies seien "alles Dinge, die nicht hilfreich sind", so Schumacher.
Das hat Michael Schumacher anders gehandhabt
"Ich wäre wahrscheinlich damals genauso gewesen und habe auch viele Fehler gemacht. Da ist es wichtig, jemanden an seiner Seite zu haben, der einen von solchen Fehlern bewahrt. Ich glaube, das fehlt Max einfach so bisschen. Weil er auch gewohnt ist, dass er durch seinen Erfolg mehr oder weniger machen konnte, was er wollte."
Nun sei die Situation aber anders, erklärt Schumacher. "Er fährt im Moment im Mittelfeld, wenn er nicht gerade stehen bleibt. Das muss man auch mal so sagen, leider Gottes. Dann wird das natürlich irgendwann schwierig."
In dieser Hinsicht macht der sechsmalige GP-Sieger auch den Vergleich zu den Größten im Sport auf.
"Das ist großer Unterschied auch zu meinem Bruder. Er hat immer hinter seinem Team gestanden", erinnerte er an Rekordchampion Michael Schumacher. Dieser habe mit "Kritik nach außen" gespart.
Natürlich müsse man nach innen "Tacheles" reden, so Schumacher. "Ich habe gehört, dass man gemeinsam im Flugzeug geflogen ist, ein großes Meeting gehabt hat. Wichtig."
Für Teamchef Laurent Mekies sieht er eine große Aufgabe zukommen. "Mekies muss zeigen, dass er nicht nur sein super Leader ist, sondern auch die Lücken durch Personal von außen schließt, die entstanden sind. Dass er gute Leute an Bord holt", fordert Schumacher.




