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"Die Punkte, wo es gefehlt hat, muss man klar benennen"

Deutsche Biathlon-Legende mit Klartext-Forderung

Mark Kirchner fordert ein Umdenken im deutschen Biathlon
Mark Kirchner fordert ein Umdenken im deutschen Biathlon
Foto: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
18. März 2026, 12:01
sport.de
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Deutschlands Biathleten haben, das steht bereits jetzt fest, einen völlig verkorksten Winter hinter sich. Der frühere DSV-Star und heutige Nachwuchstrainer Mark Kirchner legt den Finger in die Wunde.

Schon in den Vorjahren nahm die Anzahl der deutschen Erfolge im Biathlon im Vergleich zu den 2000er- und frühen 2010er-Jahren deutlich ab, jetzt droht die erste sieglose Saison der Weltcup-Geschichte. Kein Wunder, dass Druck und Unzufriedenheit beim DSV steigen, schließlich läuft Deutschland der Weltspitze nur noch hinterher.

Mark Kirchner, in den Neunzigern einer der zuverlässigsten deutschen Medaillensammler in der Loipe, fordert einen ehrlichen Umgang mit dem sich zuspitzenden Negativtrend. "Die Punkte, wo es gefehlt hat, muss man klar benennen", betonte der 55-Jährige im Interview mit der "Südwest Presse". Nur so habe man "die Möglichkeit, eine Struktur zu entwickeln".

Die Grundvoraussetzungen seien eigentlich nicht schlecht für einen Turnaround. "Wir haben gute Stützpunkte und Stadien, wir haben überall Biathlonanlagen, die super trainingstauglich sind", hob Kirchner hervor.

Deutschland sucht den Biathlon-Superstar? Kirchner winkt ab

Viele Experten sind überzeugt, dass Deutschland spätestens seit dem Karriereende von Franziska Preuß ein echter Star fehlt, der sich Woche für Woche mit den schier übermächtigen Franzosen und Norwegern messen kann.

Kirchner, der seine aktive Laufbahn kurz vor der Jahrtausendwende beendet hatte, sieht das anders. Der vielfache Olympiasieger plädiert dafür, mit den vorhandenen Kräften zu arbeiten. In Deutschland ist der Talentepool freilich überschaubar, während sich die Konkurrenz aus einem Überangebot an Nachwuchsathletinnen und -athleten bedienen kann.

Mit Selina Grotian, Julia Tannheimer und Marlene Fichtner stehen bei den Frauen zumindest einige Talente mit Entwicklungspotenzial bereit. Bei den Männern ist die Lage derweil dramatischer, es fehlt quasi eine ganze Generation - und Hoffnunsträger wie Leonhard Pfund erhalten erst jetzt mehr Chancen in der höchsten Liga.

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