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Wie hoch geht es hinaus?

Leichtathletik-Star Duplantis will "irre Grenze" knacken

Armand Duplantis springt in einer eigenen Liga. (Archivbild)
Armand Duplantis springt in einer eigenen Liga. (Archivbild)
Foto: © David J. Phillip/AP/dpa
18. März 2026, 10:08

Die Rückkehr an den Startpunkt seiner atemberaubenden Weltrekordserie ruft bei Leichtathletik-Superstar Armand "Mondo" Duplantis spezielle Gefühle hervor. "Es ist ein ganz besonderer Ort für mich, da ich dort meinen ersten Weltrekord geknackt habe", sagte der schwedische Stabhochspringer vor den Hallen-Weltmeisterschaften im polnischen Torun. "Es ist ein Moment, der das Leben verändert, wenn man von einem Moment auf den anderen vom Nicht-Weltrekordhalter zum Weltrekordhalter wird, was ja einer meiner größten Kindheitsträume war."

Am 8. Februar 2020 überquerte der zu jener Zeit 20-jährige Duplantis mit 6,17 Metern erstmals in seiner mittlerweile so großen Karriere die Weltrekordhöhe. Damals war er als Vize-Weltmeister nach Torun gereist, wo von Freitag bis Sonntag die Hallen-WM ausgetragen wird. Mittlerweile - und 14 weitere Weltrekorde später - gilt der von allen nur noch "Mondo" genannte zweimalige Olympiasieger und dreimalige Weltmeister als unschlagbar.

Letzte Niederlage Ewigkeiten her

"Zurückzukommen, ist etwas ganz Besonderes", sagte der aktuell größte Star seiner Sportart. Wenn Duplantis durch die Luft fliegt, wirkt es so, als würde die Schwerkraft für ihn nicht gelten. Elegant und fast schon mühelos sieht es aus, wenn er die Latte in schwindliger Höhe überquert.

Erst in der vergangenen Woche beim Hallen-Meeting in Uppsala in seinem Heimatland meisterte er die neue Bestmarke von 6,31 Metern. Zur Vorstellung: Der in den USA geborene Sportler springt auf das Dach eines zweistöckigen Hauses.

Eigentlich zweifelt niemand daran, dass auch dieser Rekord nur ein Etappenziel des Himmelsstürmers ist. Schon am Samstag kann Duplantis in die nächste Stabhochsprung-Dimension vordringen - ausgerechnet da, wo seine Weltrekordreise begann.

In Torun wird der Superstar in der Medaillenentscheidung 6,32 Meter anpeilen und weiter am Legendenstatus arbeiten. Die Goldmedaille ist praktisch schon vorher vergeben. Seine letzte Meisterschaftsniederlage liegt fast sieben Jahre zurück. Selbst der Grieche Emmanouil Karalis, der in diesem Jahr seine persönliche Bestleistung auf 6,17 Meter steigerte und damit der zweitbeste Stabhochspringer aller Zeiten ist, wirkt nur wie ein Statist.

6,40 Meter als "irre Grenze"

Duplantis selbst ließ schon anklingen, dass er sogar 6,40 Meter für möglich hält. Bei seinem jüngsten Weltrekord verwendete er einen steiferen Stab, verlängerte seinen Anlauf von 20 auf 22 Schritte. Das habe sich "noch ein bisschen fremd" angefühlt, sagte der Schwede. Der neue Stab habe noch mehr Kraft in sich.

Es werde ein Spaß, mit den verschiedenen Komponenten herumzuspielen, "und zu sehen, wohin mich das führen könnte", sagte er in einer Medienrunde wenige Tage vor dem WM-Start. Als theoretische Grenze überhaupt gelten nach verschiedenen Modellen rund 6,50 Meter. Aber 6,35 Meter trauen viele Duplantis zu. Auch die 6,40 Meter, die er selbst mal als "eine irre Grenze" bezeichnete, scheinen für den Ausnahmesportler nicht ausgeschlossen.

Zentimeter um Zentimeter zum Millionen-Vermögen

Die Höhenjagd von Duplantis, der mit Model und Influencerin Desiré Inglander verlobt ist, zahlt sich nicht nur mit jeder Menge Goldmedaillen aus. Zentimeter um Zentimeter ist der Schwede auch zum Millionen-Vermögen gesprungen. Die Steigerung jeweils um einen Zentimeter bringt für jeden Weltrekord weitere Preisgelder von Veranstaltern und Sponsoren mit sich.

Seit dem vergangenen Jahr will Duplantis auch in den Musikcharts hoch hinaus. Kürzlich veröffentlichte er seinen neuen Song "Feelin Myself". Das sei "wahrscheinlich nicht der beste Song, den man beim Springen hören könne", sagte er. "Aber ich mag ihn wirklich sehr."

Schillernde Stars in der Leichtathletik sind derzeit selten

Duplantis ist einer der wenigen über die Leichtathletik hinaus schillernden Superstars. 100-Meter-Olympiasieger Noah Lyles aus den USA zählt noch dazu - oder Hochspringerin Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine sowie Sydney McLaughlin-Levrone aus den USA und die Niederländerin Femke Bol, die auf 400 Meter mit und ohne Hürden spezialisiert sind. Bei der Hallen-WM in Polen fehlen McLaughlin-Levrone, Bol und Lyles - wie auch das eine oder andere deutsche Ass.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband tritt mit einem Mini-Aufgebot von 14 Sportlerinnen und Sportlern an. Prominentester Name im DLV-Aufgebot ist Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye, die zu den Medaillenanwärterinnen zählt. Andere wie Weitsprung-Star Malaika Mihambo verzichten auf die WM, um sich auf die Freiluft-Saison mit der Europameisterschaft im britischen Birmingham als Höhepunkt zu fokussieren. 

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