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Legendärer Weltcup in Gefahr

Skisprung-Boss mit düsterer Prognose

Jan-Erik Aalbu sorgt sich um den Skisprung-Weltcup in Oslo
Jan-Erik Aalbu sorgt sich um den Skisprung-Weltcup in Oslo
Foto: © IMAGO/Terje Pedersen
17. März 2026, 20:10
sport.de
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Am Sonntag erlebte die Skisprung-Welt am legendären Holmenkollen in Oslo einen Wettbewerb, der auch Tage später noch kritisch nachhallt. Trotz teils tosenden Winden und mehr als fragwürdigen Bedingungen zog die Jury zwar einen Durchgang durch und konnte so einen Sieger präsentieren, ein Abbruch wäre nach Meinung nicht weniger Experten allerdings die klügere Lösung gewesen. Das sah auch Deutschlands Olympiasieger Philipp Raimung so, der kurzerhand auf seinen Sprung verzichtete. Unabhängig vom Springen an sich schlägt ein Verantwortlicher aus Norwegen nun aber Alarm.

"Wir haben keinen Einfluss auf das Wetter, wohl aber auf die Organisation. Es ist wirklich schmerzhaft, die Weltcup-Wettbewerbe in Holmenkollen mit fast leeren Tribünen zu sehen. Das Mekka des Skisports ist weit entfernt von dem, was es sein sollte. Fakt ist: Nirgendwo in Europa sind die Zuschauerzahlen so niedrig wie hier", zitiert "skijumping.pl" Norwegens Skisprung-Sportdirektor Jan-Erik Aalbu bezüglich des zurückliegenden Weltcupwochenendes in Oslo.

Konkret moniert Aalbu, dass das Programm in Oslo, wo neben den Skispringern auch die Langläufer für Feierstimmung sorgen sollten, zu wenig Rücksicht auf die Fans nehme.

"Wer zwei 50-km-Rennen um 10:00 Uhr plant und hofft, dass die Fans bleiben oder später zum Skispringen wiederkommen, der versteht die Erwartungen des heutigen Publikums nicht. Veranstaltungen, die zwei bis zweieinhalb Stunden dauern, sind an sich schon anstrengend, und ein ganztägiges Programm macht die Sache nur noch schlimmer", so Aalbu.

Legendärer Weltcup in Gefahr

Wenn man ehrlich sei, seien die "Warnzeichen" schon länger zu erkennen. Nun sei es aber endlich an der Zeit, zu handeln.

"Ich glaube, wir müssen den Mut haben, etwas zu ändern. Und zwar jetzt", betont Aalbu, der vorschlägt, dazu zurückzukehren, den Sonntag wie früher wieder ganz ins Zeichen des Skispringens zu stellen. Zudem sollte geprüft werden, ob man das Event früher in der Saison abhalten könne, wenn die Bedingungen beständiger sind.

"Natürlich treffe ich diese Entscheidungen nicht. Die FIS, unsere Fernsehpartner und der Norwegische Skiverband spielen hier eine entscheidende Rolle. Eines ist jedoch sicher: Wenn wir in der nächsten Saison nicht entschlossen handeln, könnten wir langfristig sogar die Weltcuprennen in Oslo verlieren", warnt Aalbu.

Im vorläufigen Weltcupkalender wird der Weltcup in Oslo allerdings weiterhin Mitte März geführt.

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