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sport.de-Kolumne des DSV-Adlers

Felix Hoffmann packt über Fast-Sturz aus

Felix Hoffmann blickte auf das Wochenende am Holmenkollen zurück
Felix Hoffmann blickte auf das Wochenende am Holmenkollen zurück
Foto: © IMAGO/Terje Pedersen
17. März 2026, 12:58

Das vergangene Weltcup-Wochenende in Oslo hatte es in sich, musste das Sonntagsspringen am Holmenkollen doch wegen widriger Windverhältnisse abgebrochen werden. Das deutsche Skisprung-Ass Felix Hoffmann blickt in seiner sport.de-Kolumne auf den speziellen Tag zurück.

Der Airbus gibt Schub und wir nehmen Geschwindigkeit auf. Take-off bei 280 km/h. Langsam neigen wir uns nach dem Abheben in eine lange Linkskurve, überfliegen Oslo mit seinem Fjord und genießen das letzte Mal in dieser Saison noch einmal den Blick auf den Holmenkollen von oben.

Leichte Turbulenzen schütteln uns beim Aufstieg auf die Flughöhe. Während viele ängstliche Gesichter um uns herumsitzen, empfinden wir Skispringer das Vibrieren eher als angenehm, vor allem nachdem wir am letzten Wochenende in Norwegen starke Winde an der Schanze erleben durften oder mussten.

Die Meinungen gehen ein wenig auseinander, aber die Trennlinie zwischen den Lagern ist klar erkennbar: die Springer vor den Top 20 und die Springer aus den Top 20.

Bis zur kleinen Pause, die die ersten zehn Springer im zweiten Durchgang von den restlichen zwanzig trennten, war das Springen noch darstellbar. Es herrschte Wind, der aber durch entsprechendes Warten und Abwinken gut kontrollierbar war. Nach der Pause änderten sich die Bedingungen doch sehr.

Ich musste immer wieder warten und fühlte am Sitzbalken die Zunahme des Windes. Dann das Abwinken und das sichere Gefühl bei mir, dass alles unter Kontrolle war - eine trügerische Annahme.

Großes Verständnis für Raimunds Verzicht

Der Wind wirbelte offensichtlich von vorne und von unten so stark, dass die Skier nicht mehr gut kontrollierbar waren. Der linke Ski hob sich durch eine Böe, die sofort auszugleichen war und schon war eine Pendelbewegung im Körper, die ihrerseits wieder abgefangen werden musste.

Adrenalin pur, keine Gedanken und die Intuition, das Richtige zu tun, um sicher zu landen. Ein zweiter Windstoß, diesmal mehr von der Seite, das gleiche Spiel nochmal. Ich sehne den Boden herbei und kurz vor der Landung habe ich die Kontrolle wieder. Es ist gut gegangen!

Wie mir später Philipp Raimund sagte, hätte er meinem Flug hinterhergeschaut und sofort entschieden: "Ich heute nicht mehr!" 

Die Entscheidung von Philipp war wohl die Richtige. Ich wäre an diesem Tag auch kein zweites Mal gesprungen.

Immer wieder erleben wir Springer solche Situationen, in denen wir uns nicht so recht geschützt fühlen. Bei allem Verständnis für Fernsehzeiten und Werbegelder, von denen wir auch alle leben, hat meiner Meinung nach die Gesundheit der Springer die absolute Vorfahrt.

Wir Athleten müssen in Zukunft lauter werden, wenn es solche Rahmenbedingungen gibt, die einen stark gefährden. Philipps Verzicht auf den Sprung war ein gutes, ein richtiges Zeichen!

Herzliche Grüße

Felix Hoffmann

Oslo 2025/2026

1JapanTomofumi Naito128.70
2SlowenienAnze Lanisek128.60
3FinnlandAntti Aalto127.60
4JapanNaoki Nakamura125.20
5FinnlandNiko Kytösaho122.40

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