Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Edin Dzeko vom FC Schalke 04 wegen rohen Spiels für zwei Partien aus dem Verkehr gezogen. Der Zweitliga-Tabellenführer will gegen die Entscheidung vorgehen.
Die Sperre gab der DFB am Dienstag bekannt. Dzeko hatte bei der Partie gegen Hannover 96 am Sonntag (2:2) in der 52. Minute Gegenspieler Husseyn Chakroun wohl unbeabsichtigt mit dem Fuß auf Bauchhöhe getroffen und dafür die Rote Karte gesehen.
Im Topspiel bei Darmstadt 98 am kommenden Samstag (ab 20:15 Uhr bei NITRO und auf RTL+) fehlt der 40 Jahre alte Angreifer den Königsblauen nun genauso wie nach der Länderspielpause am 5. April (13:30 Uhr) gegen den Karlsruher SC.
Aber: Schalke will es damit nicht belassen. "Wir legen Einspruch gegen das Urteil ein, weil eine Sperre für zwei Spiele unserer Überzeugung nach zu hoch ist. Unserer Auffassung nach liegt eben keine Aktion von Edin vor, in der die Gesundheit des Gegenspielers rücksichtslos gefährdet wird, wie es der DFB in seinem Einzelrichterurteil darstellt", wird Frank Baumann, Sportvorstand des FC Schalke 04 in einer Mitteilung zitiert.
S04-Trainer Miron Muslic hatte nach der Partie gegen Hannover Kritik an dem Platzverweis gegen Dzeko geübt, in der die Knappen zu zehnt noch eine 2:0-Führung verspielten.
"Das hat auf das Spiel natürlich einen brutalen Einfluss genommen, diese unglaublich harte Rote Karte gegen uns", sagte Muslic. Er meckerte: "Wer Fußball gespielt hat, einen Ball über sich bekommt, versucht, aus der Drehung den Ball runter zu stoppen, weiß, dass man nicht unmittelbar den Gegner hinter einem sieht."

Chakroun sei von Dzeko zwar "klar getroffen" worden, so Muslic weiter. Aber: "Kein einziger Spieler von Hannover 96 stürmt zum Schiedsrichter und verlangt Rot."
FC Schalke 04: Dzeko-Rot "fühlt sich brutal an"
Dzeko musste den Platz dennoch verlassen. Adil Aouchiche fiel der folgenden taktischen Umstellung zum Opfer und wurde ausgewechselt. "Das sind zwei offensive Stützen", klagte Muslic. "Die ganzen Abläufe sind weg."
Er führte aus: "Mit einer Entscheidung wird nicht nur auf das heutige Spiel so massiv Einfluss genommen, auch auf das nächste."
Muslic betonte: "Für den Aufwand, den wir heute betrieben haben, für die Leistung, vor allem gegen so einen starken Gegner, haben wir heute nichts als den Dreier verdient. Aber so ist Fußball. Es fühlt sich brutal an."
Zunächst hatte Dzeko die Schalker gegen 96 mit seinem sechsten Tor im achten Spiel in Führung gebracht (29.). Kurze Zeit später legte Kenan Karaman nach (38.).
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Dann kamen die Rote Karte, der Bruch im S04-Spiel - und zwei späte 96-Treffer durch Maik Nawrocki (82.) und Benedikt Pichler (90.+8). Enzo Leopold (81.) scheiterte zudem noch mit einem Strafstoß am Schalker Torwart Loris Karius.































