FC Bayern ... und dann lange nichts. Der frühere Bundesliga-Manager Reiner Calmund glaubt nicht, dass der deutsche Rekordmeister von der Konkurrenz rund um BVB und seinen Herzensverein Bayer Leverkusen zeitnah noch einmal im Titelkampf überflügelt werden kann.
Ein solcher Coup sei "ganz schwierig", sagte Calmund der "WAZ". "Geld schießt per se ja keine Tore, aber immer häufiger Tore."
Der 77-Jährige führte aus: "Unter den zehn stärksten Klubs der Welt ist aus Deutschland nur noch der FC Bayern neben sechs Engländern, Real, Barca und PSG, unter den Top 10. Als 20. steht so gerade noch der BVB."
Calmund erinnerte in diesem Zusammenhang an das für den Profi-Fußball so folgenschwere Bosman-Urteil im Dezember 1995 durch den EU-Gerichtshof: "Plötzlich musste man für Spieler, deren Vertrag ausläuft, keine Ablöse mehr zahlen, das hat die Gehälter hochgetrieben. Die kleineren Klubs müssen ihre Top-Leute vor Vertragsende verkaufen, weil sie sonst keine Ablöse mehr kriegen. Und bei heutigen Top-Spielern wie Florian Wirtz werden Summen aufgerufen, die außer dem FC Bayern niemand in Deutschland zahlen kann."
BVB und Co. vom FC Bayern abgehängt
Der FC Bayern stehe in Sachen Kader-Marktwert bei knapp einer Milliarde Euro, betonte Calmund, "der BVB bei 480 Millionen und Bayer 04 bei 420 Millionen. Entsprechend sieht die Tabelle aus".
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Calmund sprach von einer "Geld-Explosion" im Profi-Geschäft. Beim UEFA-Pokal-Sieg mit Bayer Leverkusen 1988 habe Bum-Kun Cha als Spitzenverdiener eine knappe Million D-Mark verdient, schilderte er. "Die anderen großen Spieler erhielten inklusive Prämien rund 500.000 Mark im Jahr."
15 Jahre später waren die Summen laut Calmund dann schon deutlich höher. "Lucio als Weltklasse-Verteidiger erhielt etwa 2,5 Millionen Euro. Die anderen wie Nowotny, Ballack, Neuville, Berbatov, alles Nationalspieler, waren bei 1,5 bis 2 Millionen Euro. Ulf Kirsten kam 1990 für 500.000 West-D-Mark, lag 2002 schon bei über 2 Millionen Euro."
Aber: "Wenn man das mit heute vergleicht, ist das ein Wahnsinn, wie das weiter explodiert ist."






























