Der THW Kiel wird im Endspurt der Handball-Bundesliga ein kleines Wunder brauchen, um im Kampf um einen Startplatz für die Champions League noch ein Wörtchen mitreden zu können. Vor dem wegweisenden Nordderby mit der SG Flensburg-Handewitt hat Ex-Profi Stefan Kretzschmar die Probleme des HBL-Rekordmeisters schonungslos analysiert.
"Der THW Kiel ist keine Mannschaft, in der Spieler in der Lage sind oder vom Motivationslevel - und jetzt werde ich vielleicht überspitzt sagen - in jedem Spiel 100 Prozent zu geben", fand der "Dyn"-Experte in seinem Podcast "Kretzsche & Schmiso" deutliche Worte und hakte die CL-Qualifikation schon ab: "Der THW darf gar nichts mehr verlieren bis zum Ende der Saison! Das ist eigentlich in dieser Liga nicht möglich."
Die Norddeutschen sind nach 24 Spieltagen mit 34 Zählern auf den fünften Platz in der Handball-Bundesliga abgerutscht, müssen schon fast um einen Startplatz in der European League bangen. Während der SC Magdeburg als Tabellenführer bereits mit 44 Punkten uneinholbar auf Meisterkurs liegt, sind auch die dahinter liegenden SG Flensburg-Handewitt (39) und Füchse Berlin (38) deutlich vorne.
Handball: THW Kiel "eine Highlight-Mannschaft"
Zuletzt verlor der THW deutlich gegen den VfL Gummersbach und beim TVB Stuttgart. Zwei Pleiten, die sinnbildlich für die THW-Probleme stünden. "Der THW ist eine Highlight-Mannschaft, die beim Final Four abräumen kann. Da kann sie das Ding gewinnen. Aber sie tun sich schwer, das Woche für Woche abzurufen mit der Struktur und auch mit dem Aderlass, den sie haben, den man nicht wegdiskutieren kann", so Kretzschmar.
Dass man in der HBL Woche für Woche an die Leistungsgrenze gehen könne, sei "eine Frage der Struktur und das ist auch eine Frage des Alters. Das ist eine Frage der Kultur", so der 53-Jährige weiter: "Aber in der Situation, wo Rasmus Ankermann der Lead dieser Mannschaft ist und du dann mit Reinkind und Duvnjak spielst, ist es schwierig."
"Wenn die erste Sieben wegbricht, dann ist das ein Qualitätsverlust. Wenn Johansson ausfällt, wenn das kreativste Element des THW Kiel, Skipagotu, ausfällt und Madsen mit seiner Wurfpower ausfällt – dann hat das natürlich Einfluss auf die Leistung dieses Klubs und dieser Mannschaft", bemängelt der ehemalige Weltklasse-Profi zudem die fehlende Breite im Kader der Zebras.


























