Bernd Eisenbichler beerbt seinen Nachfolger Felix Bitterling als Deutschlands Biathlon-Boss - eine Entscheidung, die Michael Rösch goutiert. Der Olympiasieger sieht den neuen DSV-Sportdirektor aber auch in der Pflicht.
"Man muss die Dinge jetzt knallhart ansprechen, analysieren, warum bestimmte Sachen passiert sind. Dazu sollte man nach links und rechts schauen, wie andere Nationen vorgehen - ohne sich dabei zu verirren. Vielmehr kann es sinnvoll sein, diese Erkenntnisse mit dem in Einklang zu bringen, was das deutsche Biathlon früher ausgezeichnet hat", sagte Rösch bei "Eurosport" mit Blick auf die Herausforderungen für Eisenbichler und den DSV.
Am Ende der Analyse müsse "ein klares Konzept stehen", forderte Rösch, "das die Frage beantwortet, wo man hinwill".
Andere Biathlon-Nationen, allen voran die Franzosen, machten "ihre Sache im Moment bedeutend besser" als der DSV, monierte der Staffel-Olympiasieger von 2006 in Turin.
Aber: Das Biathlon-Potenzial in Deutschland sei immer noch "sehr gut", betonte Rösch, vor allem bei den Frauen. "Da ist eine Selina Grotian, die bereits ein Weltcuprennen gewonnen hat. Eine Julia Tannheimer, die mit ihren 20 Jahren bei den Laufzeiten im Top-10-Bereich liegt - oder auch Janina Hettich-Walz mit ihrem Potenzial."
Biathlon: Rösch hat "keine Bedenken" bei Eisenbichler
Die Entscheidung für Eisenbichler habe bei ihm grundsätzlich "keine Bedenken" ausgelöst, so Rösch. Als sportlicher Leiter des US-amerikanischen Biathlon-Teams habe der neue alte DSV-Sportdirektor "viel aufgebaut". Eisenbichler sei "ruhiger", als Bitterling, "aber dennoch kommunikativ", sagte der ehemalige Biathlon-Star.
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Bitterling, der beim Biathlon-Weltverband IBU anheuert, sei "einer, der vermittelt", sagte Rösch, und zuletzt im DSV als "Alleskönner und als Allesmüsser gefragt" gewesen. "Das ist ein sehr großes Aufgabenfeld."
Eisenbichler sei nun "nicht das eine Puzzleteil, auf das es ankommt. Er ist eines von vielen, die zusammen ein stimmiges Bild ergeben müssen", analysierte Rösch. Es bleibe abzuwarten, "welche Wichtigkeit man ihm gibt und wie seine Rolle definiert wird".
