Der frühere Rennfahrer Johnny Herbert warnt vor einem Abschied von Superstar Max Verstappen aus der Formel 1.
"Sie müssen sehr, sehr vorsichtig sein, dass Fahrer wie Max nicht davonlaufen, weil sie keine Herausforderung mehr sehen", sagte der 61 Jahre alte Brite bei "Snabbare".
Verstappens derzeitige Unzufriedenheit sei wegen der neuen Formel-1-Regeln von den Machern der Serie "selbstverschuldet", kritisierte Herbert: "Weil die Technologie so eingeführt wurde. Max hat das 2023 angesprochen, als sie zum ersten Mal darüber sprachen, und darauf hingewiesen, wie schrecklich das sein würde."
Er sieht im Gemütszustand des Red-Bull–Piloten ein "echtes Problem" für die Formel 1. Denn: "Man will seine Stars nicht verprellen, denn die Stars sind die Fahrer, nicht die verdammten Autos. Sie riskieren dafür ihr Leben. Werden sie ihr Leben riskieren, wenn es überhaupt nicht interessant ist? Nein."
Der Ex-Formel-1-Fahrer ergänzte: "Ich wünschte, jemand hätte letztes Jahr den Mut gehabt zu sagen: 'Was wir haben, ist großartig. Wir sollten es so lassen, wie es ist.'"
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Derzeit gehe die Entwicklung in der Formel 1 "in die falsche Richtung", konstatierte Herbert. "Es ist die optimale Technologie. Aber mich interessiert die optimale Technologie nicht. Letztendlich geht es darum, dass der menschliche Faktor ins Spiel kommt, und dieser menschliche Faktor geht verloren."
Formel 1: Verstappen "will immer den Nervenkitzel spüren"
Verstappen hatte zuletzt mehrfach scharfe Kritik am neuen F1-Regelwerk geübt und das Fahrerlebnis mit dem Videospiel "Mario Kart" verglichen.
"Max will immer den Nervenkitzel beim Fahren spüren", sagte Herbert. Derzeit werde der 28 Jahre alte Niederländer aber in der Motorsport-Königsklasse nicht bis an seine Grenzen gebracht.
Daher hat Herbert volles Verständnis für Verstappens Ausflug zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.
"Das Auto ist dort langsamer, aber die Strecke ist sehr aufregend. Und er wird dieses Auto bis an seine Grenzen bringen, anstatt dass das Auto ihn daran hindert, an seine Grenzen zu gehen", sagte er.



