Für Günther Steiner ist das Kräfteverhältnis in der Formel 1 bei den kommenden Grands Prix in Asien zementiert. Der langjährige Haas-Teamchef traut Ferrari am ehesten zu, die dominanten Silberpfeile von Mercedes zu ärgern. Ein großes Lob verteilt Steiner an F1-Neuling Audi.
Mercedes wird nach Ansicht von RTL-Experte Günther Steiner auch beim Großen Preis von China in Shanghai das Maß der Formel-1-Dinge sein - und auch noch beim nächsten Asien-Rennen in Japan Ende März.
"Ich glaube, dass Mercedes in China der Favorit ist. Die nächsten Rennen wird Mercedes sicher nicht zurückfallen, weil die anderen Hersteller keine Upgrades bringen können", sagte Steiner im Interview mit RTL/ntv und sport.de. Alle Teams würde ihre Boliden zwar "wie wahnsinnig entwickeln zu Hause, aber die ersten Upgrades werden in zwei, drei Rennen kommen und dann wird man sehen, ob jemand aufholen kann".
Zweite Kraft hinter Mercedes ist für Steiner zurzeit Ferrari - allerdings müssten die Roten auf einen Ausrutscher der Silberpfeile hoffen. "Ich glaube die werden in China stark sein. Gewinnen, glaube ich, können sie nicht, aber Zweiter werden können sie ohne Weiteres. Bei Mercedes wird auch manchmal nicht alles perfekt laufen und dann kann Ferrari zuschlagen", sagte der Südtiroler.
Überrascht hat den langjährigen Teamchef die Leistung von Formel-1-Einsteiger Audi.
"Audi hat mich positiv überrascht, muss ich sagen. Nach den Testfahrten hätte man nicht gedacht, dass sie im Mittelfeld sind. Alles im Mittelfeld ist wirklich eng im Moment. Das sind drei Hersteller, die wirklich sehr eng beisammen sind. Und Audi ist einer davon", konstatierte Steiner.
Bei den ersten Testfahrten in Barcelona habe das deutsche Werksteam noch "Riesenprobleme" offenbart. "Und dann haben sie die meisten Probleme gelöst - eins der positiven Dinge für mich", so der 60-Jährige.
Audi hatte beim Grand Prix von Australien mit Rang neun von Gabriel Bortoleto direkt die ersten Punkte seiner Formel-1-Geschichte eingefahren. Nico Hülkenberg schied allerdings auf dem Weg in die Startaufstellung mit einem Defekt aus.
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Formel 1: Steiner interpretiert Verstappens Mercedes-Connection nicht über
Steiner äußerte sich auch zu Max Verstappens angekündigtem Ausflug zu den 24 Stunden am Nürburgring. Der Holländer wird erstmal bei dem Langstreckenklassiker Mitte Mai am Start sein - in einem Mercedes-GT.
Einen Formel-1-Vorboten erkennt der Experte in der Verbindung aber noch nicht. "Sicher würde Max jetzt gerne im Mercedes Formel-1-Auto sitzen, weil es das beste Auto ist. Jeder Fahrer möchte im Moment im Mercedes sitzen. Aber im Moment glaube ich, spielt er nicht darauf an und er fährt Mercedes in der Langstrecke, so glaube ich, weil es da das beste Auto ist zurzeit."



