Carina Edlingerova holte bei den Paralympischen Spielen im Biathlon-Sprint Silber und stellte damit einmal mehr ihre Ausnahmefähigkeiten unter Beweis. Die 27-Jährige, die gebürtig aus Österreich stammt, mittlerweile aber für Tschechien startet, hatte schon 2022 in Peking geglänzt, damals mit Gold im Para-Langlauf-Sprint. Unfassbar: Nur zwei Wochen vor dem Rennen in China wurde die Para-Athletin vergewaltigt, wie sie nun bestätigte. Auch über ihren Umgang mit dem Trauma sprach sie.
"Ich habe in meinen Jahren, auch im österreichischen Sport, sehr dunkle Zeiten erlebt. Ich habe sehr, sehr viel darunter gelitten. Nach außen hin war ich die erfolgreiche junge Lady, die alles Mögliche gewonnen hat, aber wie es so einem Menschen dahinter geht, das ist nochmal ganz etwas anderes", blickte Carina Edlingerova im Gespräch mit "Laola1" zurück.
2023 hatte "Forbes Austria" erstmals über die Vergewaltigung berichtet.
Die 27-Jährige, die in ihrer Pubertät an Morbus Stargardt erkrankt und nahezu vollständig erblindet war, musste sich Stück für Stück zurück ins Leben kämpfen.
"Ich habe zum Glück das Ganze überlebt, dankenswerterweise auch wegen meines Hundes, der hat dann wieder ganz viel Licht in mein Leben gebracht", verriet Edlingerova und ergänzte: "Ich habe psychologisch sehr viel an dem Wort China gearbeitet. Die Goldmedaille habe ich nie wieder angeschaut."
"Nach China war ich 14 Wochen in Therapie"
Entscheidend für ihre schrittweise Gesundung war für Edlingerova, dass sie sich in professionelle Behandlung begab.
"Nach China war ich 14 Wochen in Therapie, ich bin volley von den Paralympics in der Therapie gewesen. Ich sage, über psychische Gesundheit redet eigentlich keiner, weil dann jeder sagt, du bist ja psychisch krank. Die meisten Leute verstehen halt nicht, dass ein Mensch dahinter steckt", verdeutlichte die Tschechin.
Mit ihrem Nationalitätswechsel ist sie derweil glücklich. "Es ist gut so, wie es ist", betonte Edlingerova, die sich bezüglich eines möglichen Zusammenhangs mit ihrem Trauma bedeckt hielt.
