Fomel-1-Rennstall Aston Martin hat rund um den peinlich desaströsen Saisonauftakt in Melbourne keine Zweifel daran gelassen, dass Motorenpartner Honda hinter dem ganzen Schlamassel steckt. Ein Insider sieht diese Kommunikation von Adrian Newey und Co. höchst kritisch.
Haben sich Adrian Newey und Co. mit ihrer scharfen Kritik an Honda die Finger verbrannt? Möglich, sagt der frühere McLaren-Chefmechaniker und Auto-Designer Gary Anderson.
"Ich war nicht nur überrascht, wie schlimm die Dinge stehen, sondern auch, wie Adrian Newey mit diesen Problemen in der Öffentlichkeit umgeht", schrieb Anderson in seiner "The Race"-Kolumne.
Auch er selbst habe in seinen Jahren bei Jordan mit Honda zusammengearbeitet. "Und man bekommt von ihnen eine sehr schnelle und zufriedenstellende Antwort, wenn sie ein Problem erkennen", so Anderson. Dies sei aber damals, anders als jetzt, alles hinter verschlossenen Türen abgelaufen. Newey und Co. entschieden sich jedoch dazu, die Themen öffentlich anzusprechen und den japanischen Konzern mehr oder minder alleinverantwortlich zu machen.
"Newey muss die politische Seite im Kopf haben"
"Honda mag es wirklich nicht, öffentlich despektierlich behandelt zu werden", warnte der Insider vor dieser Art der Kommunikation. "Dass Newey gesagt hat, Honda habe sich beim Abschluss des Motoren-Deals nicht klar zum Status der Formel-1-Abteilung geäußert, wird [in der Honda-Fabrik] in Sakura niemanden erfreut haben."
Der Aston-Martin-Teamchef dürfe sich in seiner Doppelrolle [Newey ist gleichzeitig auch Technischer Direktor, Anm. d. Red.] nur "sehr vorsichtig" öffentlich zu solchen Themen äußern, so Anderson. "Newey muss die politische Seite im Kopf haben. Ich bin mir sicher, dass alles richtig war, was er gesagt hat. Die große Frage ist aber: Bekommt man mit dieser Herangehensweise auch das Beste aus Honda heraus?"
Dies werde letztlich die Zeit zeigen müssen, so der Insider weiter: "Aber das ist nicht der Weg, den er meiner Erfahrung nach hätte einschlagen sollen."


